Nacht der Museen: Kultur im Mondlicht

Nachts sind alle Katzen grau (und alle Museen voll)

In lauen Frühlingsnächten haben die Menschen gemeinhin Besseres zu tun, als ins Museum zu gehen. Es locken Park, Balkon und Rheinufer. Dass der Erfolg der Nacht der Museen dennoch ungebrochen ist, spricht eindeutig für deren Konzept.

Einmal jährlich öffnen zahlreiche Museen, Galerien und sonstige Veranstaltungsorte bis zwei Uhr nachts ihre Türen für Besucher. 23 000 Menschen nahmen die Einladung zur nächtlichen Kunst-Betrachtung 2013 an. Rund vierzig Häuser beteiligen sich in diesem Jahr an der Nacht der Museen, darunter erstmals die renommierte Julia Stoschek Collection, das Atelierhaus Hansaallee, aber auch der klitzekleine Künstlerclub WP8 am Worringer Platz. Natürlich ist überall Kunst zu sehen. Die großen Ausstellungen, die anlässlich des Festivals „Quadriennale“ anberaumt wurden, dürften auch in dieser Nacht Besuchermagneten sein – allen voran „Kandinsky, Malewitsch, Mondrian – Der weiße Abgrund Unendlichkeit“ im K20 am Grabbeplatz.

Raritäten im Rahmenprogramm

Aber auch anderswo gibt es einiges zu entdecken. Zum Beispiel im Museum Kunstpalast. Dort ist der dOCUMENTA-erfahrene Künstler Peter Bäcker als „Mensch gewordene Disco-Schweißkugel“ zu erleben. Ob das Ganze unter Performance, Happening, DJ-Party oder Installation einsortiert werden kann, davon kann sich vor Ort jeder selbst ein Bild machen. Die Ohren werden derweil im benachbarten NRW-Forum bedient, wo ab Mitternacht DJ Shantel an den Plattentellern in Stellung geht. Schon vorher treten in der KIT Bar Dsama M’butu Arkestra auf. Im Hafen gibt sich Fernsehprominenz ein Stelldichein: Joachim Król liest im Haus der Architekten „Eigenes und Gefundenes“. Kurze Stärkung gefällig? Dann lohnt ein Abstecher an die Bilker Straße. Im Polnischen Institut werden Pierogi und Krakauer kredenzt. Mit gefülltem Magen geht es weiter nach Bilk. Im Boui Boui Bilk lässt Lokalmatador Konrad Zimmermann seine Wassermusik ertönen. Und auch in der Julia Stoschek Collection ergänzen Töne den optischen Genuss: Sake Lovers heißt das Projekt, das Gitarrensounds mit digitalen Klangwelten verknüpft und irgendwo im Niemandsland zwischen Hip-Hop, Noise und Easy Listening anzusiedeln ist. Hinter dem Namen verbergen sich die Künstler Andreas Korte und Cornelius Quabeck. Deren Auftritte sind äußerst rar. Zwölf Jahre glänzte das Duo durch Abwesenheit. Ihr nächstes Konzert planen sie für 2026.

Weiterlesen

5.4.–10.8. verschiedene Orte, Düsseldorf

Die Quadriennale 2014: Zukunftsentwürfe

Als Otto Piene und Heinz Mack Ende der 1950er Jahre die ZERO-Bewegung gründeten, forderten sie den absoluten Neuanfang der Malerei. Sie experimentierten mit bis dato unüblichen Materialien, nutzten Licht, Wind, Feuer oder Bewegung. Piene füllte seine Skulpturen gar mit Helium und ließ sie fliegen. Kurzerhand erklärte er den Himmel zur „größten Leinwand, die es je gab“. Das war sein [mehr...]


30.4. Treibgut-Saisoneröffnung

Stahlwerk Düsseldorf: Kultur zu machen ist scheißeteuer

20 Jahre Stahlwerk, das sind 20 Jahre mit Höhen und Tiefen. Auf der einen Seite großartige Partys und Konzerte, auf der anderen horrende Investitionen und ewige Kämpfe mit den Behörden. Zeit umzudenken, findet Stahlwerk-Chef Stefan Prill. Ein Rückblick und ein Ausblick. Eigentlich wollte Stefan Prill in der leerstehenden Halle an der Ronsdorfer Straße nur einmalig eine Party veranstalten. „Warum [mehr...]