Hirschfeld-Tage: Different, Different, but the same

Buntes Programm | Foto: @Doug88888 via cc

Das Programm der Hirschfeld-Tage ist vielseitig und facettenreich, ganz so wie der Gegenstand, mit dem man sich auseinandersetzen will. Es geht um das breite Spektrum der Sexualität.

Wenn man bedenkt, dass der Paragraph 175 erst 1994 endgültig abgeschafft wurde, ist es umso erstaunlicher, was sich im Jahr 1897 in einer Wohnung in Berlin-Charlottenburg zutrug. Gemeinsam mit drei Mitstreitern gründete Magnus Hirschfeld, Arzt und Sexualwissenschaftler, das „Wissenschaftlich-humanitäre Komitee“. Die weltweit erste Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, sexuelle Handlungen zwischen Männern zu entkriminalisieren. In den Folgejahren gab Hirschfeld das „Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen“ heraus. Später prägte er den Begriff des Transvestiten. Bis zum 18. Mai finden in 16 Städten in ganz NRW die Hirschfeld-Tage statt, die zweiten ihrer Art nach dem Debüt 2012 in Berlin. Unter dem Motto „L(i)ebe die Vielfalt“ stehen knapp 100 Veranstaltungen auf dem Programm, darunter Vorträge, Lesungen, Workshops oder Ausstellungen.

„Wir stellen die gesellschaftliche Lebenswelt von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans und Inter dar, diskutieren über sexuelle Identitäten und Rollenbilder“, sagt Jörg Litwinschuh, Geschäftsführender Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH). „Zugleich wollen wir die nationalsozialistische Verfolgung Homosexueller in Erinnerung halten und die Repression bis in die 1960er Jahre diskutieren.“ Zu einer Diskussion kommt auch die ehemalige Familienministerin Rita Süßmuth nach Düsseldorf. Im CDU-Landesverband wird am 30.4. ab 17 Uhr unter ihrer Beteiligung das Thema „Wertewandel des Familien- und Gesellschaftsbilds innerhalb einer konservativen Volkspartei“ besprochen. Eine theatrale Spurensuche verspricht das schwul-lesbische Altentheater my generation aus Köln. Am 11.5. ab 19 Uhr begeben sie sich im Altstadtclub Kammer auf die Spuren von homosexuellen Frauen und Männern im (West-)Deutschland der Jahre 1945 bis 1969.

Veranstalter und Botschafter der Hirschfeld-Tage

Von der Nachkriegszeit bis zur Vielfalt heutiger Regenbogenfamilien sei es ein weiter Weg gewesen, betont auch Gabriele Bischoff von der ARCUS Stiftung, die die Hirschfeld-Tage gemeinsam mit der BMH veranstaltet. „Von unserem Ziel der vollen Emanzipation und Akzeptanz sind wir auch heute noch weit entfernt.“

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6.4.–15.5. in ganz NRW

Magnus-Hirschfeld-Tage NRW

Alle zwei Jahre finden die Magnus-Hirschfeld-Tage statt, 2014 erstmals in NRW. Der 1868 geborene Hirschfeld war Arzt und Sexualwissenschaftler und gilt als Begründer der modernen Homosexuellen-Emanzipation. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts setzte er sich für die Entkriminalisierung von Schwulen und Lesben und die Abschaffung des § 175, der aber erst 1994 endgültig gestrichen wurde, ein. Trotz [mehr...]


Fehlstunde auf dem Lehrplan

„Die Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Homosexualität im Film könnte hier zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führen.“ Mit diesen Worten begründete die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) Ende letzten Jahres die Freigabe für den Film „Romeos“ – erst ab 16 Jahren. Verena Haase hat in ihrer Jugend sicherlich eine Menge Filme gesehen, die eine völlig einseitige Welt von [mehr...]