Eröffnung des Theaterzentrums: Mehr Folkwang für Bochum

Neuer Kulturstützpunkt: Das Folkwang Theaterzentrum | Foto: Heike Kandalowski

Das war schon ziemlich traurig“, erzählt die Schauspielerin Nermina Kukic. Gemeint ist die Abschiedsparty von den alten Pavillon-Gebäuden der ehemaligen Westfälischen Schauspielschule am Lohring. Klar, dass so ein Anlass bei allen, die hier studiert haben etwas Wehmut aufkommen lässt. In diesem Fall aber ziemlich unbegründet. „Die Gebäude waren nur als Provisorium gedacht“, erzählt Professorin Esther Hausmann, „und gar nicht auf eine so lange Zeit ausgelegt.“

Im März zog die Schauspielschule, die seit 2000 zur Folkwang Universität Essen gehört, in ihr neues Domizil im ehemaligen Thürmersaal des gleichnamigen Klavierbauers an der Friederikastraße und widerlegt damit alle Befürchtungen, das traditionsreiche Institut würde durch die Essener Universität einverleibt und stückweise aus Bochum verschwinden. „In unseren neuen Räumlichkeiten haben wir ganz andere Möglichkeiten“, erklärt Hausmann, die gemeinsam mit Adewale Theodros Adebisi den Fachbereich leitet.

Ein Kammermusiksaal gehört nun zum Gebäudeensemble genauso wie eine „Blackbox“ genannte Studiobühne. Außerdem zog der Regiestudiengang von Essen nach Bochum. „Es ist ein klarer Gewinn für Bochum“, ist Hausmann überzeugt, „wir werden in Zukunft wesentlich öffentlicher sein, können Abschlussinszenierungen unserer Studenten auch mehrfach zeigen und sind insgesamt viel besser in der Stadt verankert.“ Konzerte der Musikstudenten aus Essen und Aufführungen der Studierenden im Bereich Physical Theatre – dem einzigen Studiengang dieser Art in Deutschland – bereichern das Angebot in Bochum zusätzlich. Ist damit die traditionelle Zusammenarbeit zwischen Schauspielschule und Schauspielhaus hinfällig? „Ganz im Gegenteil“, erwidert die Leiterin, „wir werden diese Kooperation in den nächsten Jahren noch intensivieren.“

Am 8. Mai beginnen die Eröffnungsfeierlichkeiten

Gleich vier Tage lang stellt sich die Folkwang Universität mit allen ihren Fachbereichen beim Eröffnungsfest in Bochum vor. Am Donnerstag, dem 8. Mai geht es mit Ausstellungen, Musik und Theater los. Die weiteren Tage widmen sich jeweils einer Sparte und sind demgemäß „Tag der Musik“, „Tag des Theaters“ und „Tag des Tanzes“ überschrieben.

Dass das alles nicht nur schwere Hochkultur ist, sondern ziemlich bunt wird, sichert die breite Aufstellung der Folkwang Universität, wo neben Klassik auch Jazz und Musical gelehrt, mit dem Physical Theatre der Grenzbereich zwischen Pantomime, Tanz und Theater unterrichtet wird, und Design und Fotografie zum Programm gehören. Nach dem Eröffnungswochenende muss der Alltag zeigen, wie viele Veranstaltungen während des normalen Betriebes möglich sind. Nach und nach soll das öffentliche Programm in den nächsten Monaten ausgebaut werden.

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