Wie Pflanzen klingen

Marieke Kregel in „Dunkel lockende Welt“ | Foto: Christian Nielinger

Ein einzelner Zeh wird zum Corpus Delicti, aber wo ist die dazu passende Leiche? Weit gefehlt, wer in dem Stück „Dunkel lockende Welt“ von Händl Klaus einen Krimi erwartet, denn der Autor schreibt in rhythmischen Dialogen über komplexe Zusammenhänge in der globalisierten Welt. „Das Kernstück im Text ist ein Monolog über die Photosynthese“, fasst Mirjam Schmuck vom „kainkollektiv“ zusammen. Gemeinsam mit Fabian Lettow wird sie dem akribischen Sprachkörper den richtigen Sound einhauchen. Angelehnt an zeitgenössische Kompositionen für Pflanzen von John Cage werden Gewächse mit Mikros ausgestattet und gemeinsam mit Klavier, Marimbaphon, Vibraphon und Percussion des Musikers Carsten Langer zum Klingen gebracht. Mirjam Schmuck sieht den Abend „zwischen Theaterperformance und Installation“ und freut sich auf die experimentelle aber auch humorvolle Umsetzung der Vorlage mit drei Schauspielern vom Schlosstheater Moers. Die Koproduktion einer freien Gruppe des Ringlokschuppens mit dem Moerser Theater wird durch die Lichtenergie des Medienkünstlers Malte Jehmlich abgerundet.