Vier Zwo Zwo: We Hammer The Hood!

Björn Hamel: Warum schweben? | Foto: Filip Hulok

Ein Quartier von innen heraus stärken, die Bewohner mobilisieren und vernetzen, Ideen entwickeln und umsetzen – das sind die Aufgabengebiete eines Quartiersmanagements, wie es jetzt unter dem Namen Vier Zwo Zwo in Wuppertal-Wichlinghausen an den Start gegangen ist.

422 – das sind die ersten drei Ziffern fünfstelliger Postleitzahlen, die die Stadtgebiete Wuppertal-Oberbarmen, Wichlinghausen und Teile von Nächstebreck kennzeichnen. Vier Zwo Zwo – das ist das Quartierbüro Soziale Stadt, das bis Ende 2015 in ebenjenen Stadtteilen die neue Nutzung von Raum koordinieren wird. „Soziale Stadt“ lässt sich für diese Quartier überspitzt auch in „Aufbau Ost“ übersetzen, sind Teile dieses Quartiers doch arg runtergekommen und nicht gerade bevorzugtes Wohngebiet. Aber: Zum einen eröffnen sich dort durch die entstehende Nordbahntrasse gerade neue Perspektiven, zum anderen verwaltet Vier Zwo Zwo gut 400 000 Euro Landes- und Bundesgelder, die projektbezogen eingesetzt werden sollen.

Vermittler zwischen kreativen Köpfen und der Stadt

„Wir helfen bei der Ideenentwicklung, wir vernetzen und koordinieren, wir bauen Hürden in Richtung Stadt ab“, erläutert Rolf Martin (Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt), der schon an dem Projekt der Zwischennutzung in der Elberfelder Nordstadt maßgeblich beteiligt war und jetzt Teil von Vier Zwo Zwo ist. Im Klartext heißt das: Verfolgt wird das große Projektthema „Stadt in Bewegung“, das konkret Raum neu nutzbar machen oder entstehen lassen soll. Dafür stehen Geldmittel bereit. Der CVJM Oberbarmen beispielsweise verwandelt das begehbare Wupperufer Rosenau zwischen Wupperfeld und Berliner Platz mithilfe von unter anderem Liegestühlen zu einem neuen Ort der Begegnung – und wird dafür bezuschusst. Der Projektantrag dafür läuft vorab über den Schreibtisch von Vier Zwo Zwo und landet dann auf dem Tisch eines lokalen Beirates, der grünes Licht geben muss. Je größer und kostspieliger das Projekt, desto genauer wird vermutlich beraten und geprüft. Jedenfalls entstehen so konkrete Veränderungen und Umnutzungen im Quartier, von denen prinzipiell alle etwas haben. „We hammer the hood“, wie Rolf Martin es beschreibt.

„Skaten, BMX- und Longboard-Fahren, Parkouring – hier ist ein richtiges Zentrum für extreme Sportarten"

Nachbarschaft zusammenkloppen ist die eine Sache, echt was in die Hand nehmen und zusammenkloppen, eine andere. Skate Union nennt sich ein Zusammenschluss einiger junger Herren, die zum Beispiel auf einem ehemaligen Spielplatz in Oberbarmen eine eigene Skate-Anlage bauen. Ein großes Thema im Quartier, das unweit davon entfernt ja auch die Skatehalle Wicked Woods beheimatet. „Da entsteht auf dem sogenannten Bergischen Plateau noch mehr“, weiß Rolf Martin zu berichten und zeigt auf der Karte eine riesige langgezogene Fläche, die sich parallel zur Straße Schwarzbach erstreckt. Dort, am stillgelegten Wichlinghauser Bahnhof, ist eine Parkouring-Anlage im Aufbau, wie es vergleichbare nur ganz wenige in NRW gibt. „Skaten, BMX- und Longboard-Fahren, Parkouring – hier ist ein richtiges Zentrum für extreme Sportarten, dem die Nordbahntrasse als neue Achse guttun wird“, blickt der Quartiersmanager nach vorne. Im Oktober wird es eine große Eröffnungsfeier und eine gemeinsame Veranstaltung von Wicked Woods, der Skate Union und den Parkour-Profis geben.

Schon Ende Mai ist ein Skate- und BMX-Weekend bei Wicked Woods im Programm. Das Besondere: Es ist der erste Internationale Mädchen- und Frauen-Jam. „Das Girls-Weekend bietet zwei Tage lang einen entspannten Raum für das Zusammentreffen der Szene, der nur von Frauen gestaltet und genutzt wird. Darüber hinaus will es Einsteigerinnen für die kreativen Sportarten begeistern“, informieren die Veranstalterinnen. Einiges los in Wuppertals Osten. „Stadt in Bewegung!“ freut sich Rolf Martin.

Vier Zwo Zwo – Quartierbüro Soziale Stadt Oberbarmen/Wichlinghausen, Tütersburg 4, Wuppertal, 0202-97649941

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