Ruhrfestspiele: „Fringe Festival“

Märchen made in China

Fringe-Stückchen

Wer schon mal den hohen Gesang und das Dauerscheppern der Becken in einer traditionellen Peking-Oper erleben durfte, der weiß, wie sich ein musikalischer Kulturschock anfühlt. Zur Überwindung dieses Fremdheitsgefühls und fern von ideologischer Manipulation präsentiert das Jinjiang Figurentheater aus China eine Opern-Adaption des Grimmschen Märchens „Vom Fischer und seiner Frau“. Damit eröffnet das seit Jahren so erfolgreiche „Fringe Festival“ innerhalb der Ruhrfestspiele Recklinghausen. In 135 Aufführungen finden sich kreative Mischformen und künstlerische Kleinode aus der ganzen Welt. Akrobatik mit Physical Theatre, Figurentheater mit Live-Musik, Sprachjonglage, Clownerie und Tanz. Während all die großen Theatermacher wie Klaus Peymann, Peter Brook und Michael Thalheimer die Bühnen des Festspielhauses entern, wagt das in Deutschland in dieser Form einmalige Festival abermals einen Blick über den Tellerrand, weit entfernt von gängigen Theatersparten und abendfüllenden Schauspielaufführungen. Bleibt die Qual der Wahl, aber glücklicherweise können an einem Abend locker drei Fringe-Stückchen nacheinander konsumiert werden.