Premierenfieber: „Opening Night“ in Bochum

| Foto: Diana Küster

Schauspieler, die Schauspieler spielen, die mit dem Schauspiel hadern. Es ist kein Wunder, dass John Cassavetes’ Film „Opening Night“ einmal den Weg auf die Bühne finden würde. Dass bei der Bochumer Aufführung am Ende indes auch der Zuschauer hadert, hat andere Gründe.

Es mag der Wendepunkt im Leben einer jeden Schauspielerin sein. Irgendwann kommen Rollen, die nicht mehr so verführerisch sind. Nicht mehr verletzlich, sondern verletzt. Nicht mehr jugendlich, sondern …

Myrtle (Katharina Linder) weiß, wenn sie hier brilliert, ist Schluss mit lustig. Innerlich wehrt sie sich gegen ihre Besetzung, äußerlich macht sie Bühnenpartner Maurice (Peter Lohmeyer) und Regisseur (Bernd Rademacher) kirre. Eine zunächst reale, dann alptraumhafte Begegnung mit ihrem jugendlichen Alter ego hilft da kaum weiter.

In der Bochumer Inszenierung (Bearbeitung: Sabine Reich) kann man also Schauspielern bei der Arbeit zusehen. Leider sieht man den realen Schauspielern diese Arbeit aber auch an. Schafft Linder es als Myrtle dennoch, die Verwechslung von Rolle und Realität greifbar zu machen, gestaltet Lohmeyer seinen Maurice und dessen Rolle zum Verwechseln ähnlich. Die knöchern-trockene Dramatikerin und die hutzelige Garderobiere bekommen statt Charakter gerade mal eine Haltung. Das überzeugt nicht.

Die „Opening Night“, die Premiere also, findet doch statt. Statt der Vorstellung ihres Lebens geben Myrtle und Maurice eine Vorstellung davon, was ihr Leben in diesem Moment ausmacht. Und die gerät in ihrer zur Schau getragenen Improvisiertheit zu einer Groteske, die man lieber nicht gesehen haben möchte. Dass das alles sicherlich ganz genau so gewollt ist (Regie: Anselm Weber), mag einen auch nicht versöhnlicher stimmen.

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