Literatur als Rettung

Das Image der Dortmunder Nordstadt ist schlecht – zu Recht oder Unrecht? Erst mal egal. Spätestens seit sich Tatort-Kommissare dort rumtreiben, weiß ganz Deutschland, dass es hier nur Kriminalität, illegale Einwanderer, Prostitution und Drogen gibt. Die Literaturinitiative „Treibgut“ macht sich nun auf, mit Hilfe des geschriebenen Wortes das Image des angeschlagenen Stadtteils aufzupolieren. Eigentlich sind die Jungliteraten an der Bochumer Universität verortet, doch auf der Suche nach verwertbaren Stoffen für ihre Texte haben sie den Dortmunder Problembezirk für sich entdeckt.

Drei Autoren und eine Autorin wagen sich ins Sissikingkong am Hafen, um dort ihre Texte vorzustellen: Julia „Jules“ Piel ist Spezialistin für Gedichte und Songtexte, die sie auch selbst vertont. Philipp Dorok kommt aus der Poetry-Slam-Szene und hat bereits mit Comedians wie Hennes Bender und Fritz Eckenga zusammen gearbeitet. Ulrich Schröder belegte gerade einen zweiten Platz bei „Urban History Rewritten“ – dem Stadtgeschichtenwettbewerb in Bochum. Vierter Bochumer im Bunde ist Marek Firlej.

Für lokale Kompetenz sorgen die beiden Dortmunder Autoren Philipp Adamik und Tobi Katze. Ersterer ist in der aktuellen Treibgut-Anthologie „Pandoras Büchsenöffner“ mit einem Text vertreten. Tobi Katze ist Träger des LesArt-Preises für junge Literatur. Und wenn die Literatur vielleicht auch nicht die Nordstadt gleich retten wird – Vorlagen für spannende Geschichten gibt es hier auf jeden Fall.