Kleine Chromosomen-Kunde: Männerhort

| Foto: Christof Wolff

Der junge isländisch-deutsche Theater- und Romanautor Kristof Magnusson landete mit seiner 2003 am Schauspiel Bonn uraufgeführten Komödie „Männerhort“ einen echten Quotenhit. Mittlerweile wurde das Stück über Männer auf der Flucht vor ihren shoppenden Frauen an über achtzig Spielstätten im In- und Ausland aufgeführt.

Im Theater am Kurfürstendamm Berlin wurden die Hauptrollen mit Super-Comedians wie Bastian Pastewka und Christoph Maria Herbst besetzt. Bei der aktuellen Produktion der Düsseldorfer Theaterfabrik führt Simon Landau Regie. In dieser Inszenierung tummeln sich Lars Evers, Cornelius Kabus, Donald McCumberland und Günther Lohmann im zweckentfremdeten Heizungskeller eines Einkaufszentrums. Hier verstecken sie sich immer wieder samstags, während ihre Ehegattinnen den vollen Kaufrausch ausleben.

Helmut, Eroll und Lars fühlen sich wohl an diesem improvisierten Rückzugsort im Untergrund der Mall. Ungestört von ihren Gefährtinnen erfüllen sie hemmungslos sämtliche Klischees als „ganze Kerle“, feiern König Fußball, futtern wahllos Fastfood, kämpfen endlos mit der Playstation, regen sich über Konsumwahn und weitere Marotten ihrer Angetrauten auf, tauschen unzensierte Macho-Plattitüden aus. Da naht für die Herren der Schöpfung die Vertreibung aus diesem Paradies in Person des Feuerwehrmannes Mario. Darf er nicht in die Clique eintreten, will er das zufällig entdeckte Geheimnis verraten. Nur widerwillig nehmen die frisch verheirateten Hort-Gründer den Neuling auf. Als dann jedoch für drei Mitglieder des Quartetts die jungen Ehen vor dem Aus stehen, wendet sich das Blatt. Die Solidarität steht auf der Kippe, und in den Katakomben wird es recht bald ungemütlich.

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