boui boui bilk: Kreativquartier für Düsseldorf

Viel Platz für Ideen: boui boui bilk

Zwei Münchner mit Masterplan

Es müssen Millionen Schrauben sein, die hier mal gelagert wurden. Über 7 000 Quadratmeter Fläche umfasst das Gelände auf der Düsseldorfer Suitbertusstraße 149. Bis Ende 2012 war hier die Schraubenfabrik Max Mothes ansässig. Das 1918 gegründete Traditionsunternehmen wird mittlerweile von einem Insolvenzverwalter betreut und ist nach Neuss verzogen. Seine Nachmieter im Herzen von Bilk sind Florian Liss (31) und Stefan Schmidl (33), ersterer Soziologe, zweiterer Volkswirt.

boui boui bilk heißt der Masterplan der Münchner, aus dem Französischen übersetzt bedeutet das so viel wie „Kaschemme Bilk“. „Wir fanden, dass das gut zum Gelände passt“, sagt Florian Liss, während er auf sein Laptop eintippt. Zeit ist ein rares Gut dieser Tage. Seit Anfang März sind die beiden Jugendfreunde auf dem Gelände, haben tonnenweise Schutt raus gefahren, kleinere Umbauten vorgenommen und jede Menge Interessente durch die Kaschemme geführt. Ein Kunst-, Kultur- und Kreativquartier soll „boui boui bilk“ nämlich werden, Spielwiese für Künstler, Designer, Theatermacher oder Musiker. Vieles ist denkbar. Wenig zum Zeitpunkt unseres Gesprächs konkret. Immerhin: 30 Studenten von Akademie und FH sind die ersten Untermieter im „boui boui bilk“. Sie nutzen Halle 3 im Erdgeschoss als Atelier.

Ansonsten gibt es viele Ideen, die an Liss und Schmidl herangetragen werden. Ein Fitness-Studio wollte jemand hier eröffnen. Eine Rollschuhbahn ein anderer. Auch eine Sandburgen-Ausstellung hielt jemand für denkbar. „Die Nachfrage ist enorm“, sagt Florian Liss. Fix war bei Redaktionsschluss lediglich der Nachtflohmarkt „nachtkonsum“, den 0049events, die Firma des Doppels, bereits in München, Würzburg und Köln erfolgreich veranstaltet. Die erste Ausgabe in der Landeshauptstadt findet in einer Nacht statt, in der gemeinhin eher das Tanzbein geschwungen wird. Am 30. April zwischen 17 und 24 Uhr verwandelt sich das ehemalige Schraubenlager in einen Gebrauchtwarenmarkt – Bier und Live-Musik inklusive. Der soll in Zukunft regelmäßig stattfinden – am 15.6. und 13.7. zum Beispiel.

Auch einen wochenendlichen Cafébetrieb – mit Terrasse im weitläufigen Innenhof – möchten Liss und Schmidl in naher Zukunft etablieren. Allzu viel Zeit bleibt ihnen dafür nicht. Die temporäre Nutzung ist zunächst auf ein Jahr begrenzt. Mit Option auf Verlängerung. Langfristig sollen die Hallen verschwinden und voraussichtlich Wohnbebauung weichen. Klingt nach Düsseldorf.

Anmeldungen zum Nachtflohmarkt unter nachtkonsum.com

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