Art Blind: Im Dunkeln tappen

"Bad eye on the good Foot" -Barbara Romain

Das zwölfte Sommerblut Kulturfest. Seines Zeichens ein Festival der Multipolarkultur. So vielfältig der Name der Veranstaltung zu interpretieren ist, so vielfältig stellt sich auch sein Programm dar. Darbietungen aus Bereichen wie Theater, Musik und Kunst, bieten Inhalte, die fernab von allen vertrauten Konventionen Grenzen überschreiten und damit spielen - so auch die Ausstellung Blind Art.

Die Oberfläche fühlt sich rau und porös an. Jede einzelne Faser des Gegenstandes wird ertastet. Eine kleine längsförmige Rille, ein tiefer und scharfkantiger Spalt. So muss es sich für blinde Menschen oder Menschen mit Sehbehinderung anfühlen, wenn sie die Welt nur durch ihren Tastsinn für sich erfahr- und erlebbar machen.

Art Blind führt Nicht-Blinde genau in diese Welt und lässt sie ins Dunkle tappen und raten. Denn in einem Bereich der Vernissage ist Handarbeit gefordert: fünf Objekte sind dort durch einen Sichtschutz verdeckt. Wo sonst das Berühren von Kunstwerken strengstens verboten ist, ist es bei Blind Art äußerst erwünscht. Sehbehinderten und blinden Besuchern wiederrum steht ein Audioguide zur Verfügung, der sie durch die Ausstellung begleitet.

In den anderen Bereichen schlängeln sich Zeichnungen und Malereien, sowie Bildhauerein und Installationskunst durch die Hallen des Stapelhauses. Insgesamt sind 16 blinde und sehbehinderte Künstler mit ihrem Material mit dabei. Der Eintritt ist frei. 

Blind Art, 17.5-16.6, Stapelhaus Frankenwerft 35 (Eingang Mauthgasse), Köln

Mehr Informationen zu dem gesamten Programm von Sommerblut:

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