Schwarzweiss: Eine Hommage an den Stummfilm

Ohne Worte: Meine Damen und Herren | Foto: Christian Martin

Das hat mich nie interessiert“, antwortet der künstlerische Leiter Christoph Grothaus auf die Frage, welche Handicaps die Ensemblemitglieder von Meine Damen und Herren / barner 16 haben. In dem Hamburger Künstlerkollektiv mischen sich Kreative und Mitarbeiter mit und ohne Handicap, die in den Sparten Musik, Theater und Performance, Film und Video, Literatur und Bildende Kunst zusammen tätig sind.

„Am Anfang stand die Band Station 17, bei der Musiker, die als Sozialarbeiter arbeiteten, ganz selbstverständlich anfingen, auch mit ihren Klienten Musik zu machen“, erzählt Grothaus. Daraus habe sich inzwischen ein Netzwerk aus über hundert Künstlern gebildet. Am 11. und 12. April ist das aus diesem Kreise entstandene Theaterensemble Meine Damen und Herren im FFT Juta zu Gast und zeigt mit „schwarzweiss“ eine Hommage an den Stummfilm. Für den künstlerischen Leiter eine spannende Herausforderung: „Uns interessierte die Arbeit ohne Sprache. Was passiert, wenn man sich nur mit Gesten ausdrücken kann.“

Insgesamt zwölf Darsteller und „die Klammer“, die zwei Musiker Sven Kacirek und Carsten Schnathorst, stehen während des anderthalbstündigen Stücks auf der Bühne. In fünf Episoden, die von Künstlerteams aus ganz Deutschland zusammengestellt wurden, kommen alltägliche Themen wie Ausgrenzung, Wissenschaftskritik und die Erschaffung von Wesen wie Frankensteins Kreatur auf die Bühne. Im ersten Teil, „The Creation of Beauty“ von Katharina Oberlik beispielsweise, werden gleich zwei bekannte Stummfilm-Themen vereint: Science-Fiction und die Erschaffung neuen Lebens. Dr. Frankenstein versucht verzweifelt, sich seine Traumfrau zu gestalten, was jedoch gehörig in die Hose geht – zum Schluss verwandeln sich alle Beteiligten in Monster. Zwischen den zwölf- bis zwanzigminütigen Episoden improvisiert das musikalische Duo mit ähnlichen Motiven und begleitet den Umbau des Bühnenbildes, das sich aus einzelnen Kuben immer neu zusammensetzt. Die Schlussepisode, „Plötzlich Liebe“, bringt schließlich irdisches und außerirdisches Leben zusammen. Und stammt vom Düsseldorfer Künstlerduo half past selber schuld.