Ran an den Speck: Tipps zum Rundlauf

Im Tanzlabor wird viel experimentiert | Foto: Thomas Hässmann

Die Idee des Bochumer Rundlaufs ist es, bisher leerstehende oder anders genutzte Räume mit Kultur zu bespielen und so neue Orte zu entdecken. Dazu stellen die Organisatoren jedes Jahr ein umfangreiches und vielfältiges Programm zusammen, lassen Konzerte in Hinterhöfen erklingen, führen Theaterstücke in Wohnzimmern auf und machen Keller oder einen ungenutzten Hochbunker zu Ausstellungsräumen. Um für die diesjährige Entdeckungstour durch Bochum Hamme wenigstens ein paar Wegmarker zu setzen, haben wir einige Höhepunkte aus dem Programm herausgesucht. 

Musik & Party

Auch der Rundlauf tanzt in den Mai und zwar mit einem Bochumer Erfolgsrezept: Die FUNKLOCH-Party hat sich bei Freunden von elektronischer Clubmusik längst einen Namen gemacht. Nach dem Vorbild der Chicago-Schule der 80er Jahre wird u.a. Zernell Gillie Musik ohne Genregrenzen abmischen und auflegen.

Das Orchester Gönül Bagi (Herzensverbindung) und der internationale Kulturchor holen am 1. Mai ein Stück Anatolien nach Bochum. 15 Stimmen, mit Saz, Gitarre, Trommel und Kokos-Geige ertönen um 15 Uhr auf dem Bürgerplatz.

Unter anderem Max füllt die leerstehende, gutbürgerliche Kneipe „Haus Steden“ mit selbstgeschriebenen Liedern wieder mit Leben. Seine Texte beschäftigen sich häufig mit Zitaten von Häuserwänden oder Altmeistern wie Eichendorff, Goethe, und Heine und interpretieren diese neu. Musikalisch bewegt er sich zwischen Folk, Songwriter-Pop, Country und einem Hauch Hamburger Schule. 1.5. 20 Uhr Haus Steden.

Der Cellist Wolfgang Sellner verzichtet am 1. Mai auf seine Kollegen von den Bochumer Symphonikern, stattdessen bespielt er gemeinsam mit Trimba-Spieler Stefan Lakatos das Wohnzimmer in der Schmechtingstr. Gemeinsam spielen sie Werke des US-amerikanischen Komponisten Moondog.

Theater & Tanz

Das spannende an den Theater- &Tanzperformances beim Rundlauf ist, dass sie sichere Bühne verlassen. Das Tanzstück „brechende Zeit“ beispielsweise lockt jeweils 8 Personen in einen Keller in der Hedwigstr. 9. Was dort passiert bleibt denjenigen verborgen, die draußen bleiben.
(1. + 4.5. Mehrere Vorstellungen jeweils 10 Minuten.)

Jeweils fünf Zuschauer werden am 1. + 4.5. ins Wohnzimmer der Josephstr. 18 geladen. In einer 20 minütigen Vorstellung spielen drei Frauen, der Kassettenrekorder und ein junger Mann die Hauptrolle.

Austellungen und Film:

Mit Wohnwelten in Belgrad beschäftigt sich die Ausstellung von Aleksandar Zivkovic. Dabei teilen sich seine Bilder in zwei Serien: Die Serie Häuslichkeit wird im Hochbunker ausgestellt, die Serie Stahlbeton in der Wohnung Dorstener Straße 97, 3. OG links.

Das menschliche Auge lässt sich bekanntlich leicht täuschen. Mithilfe von schwarzen Streifen legt Janina Kumpies geometrische Figuren in die Räume des Hochbunkers und schafft so Tiefen und Formen, die eigentlich nicht da sind oder betont vorhandenes.

Damian W. Gorczany zeigt im Hochbunker Momentaufnahmen aus der Bochumer Innenstadt an einem verkaufsoffenen Sonntag.
In der Schmechtigstr. 38 links reist die Installation „Lüge“ in die Zukunft und bietet einen Hintergrundbericht zu den Krawallen in Bochum aus dem Jahr 2028.

Weiterlesen

30.4.–5.5. verschiedene Veranstaltungsorte, Bochum

Rundlauf bringt Leben in die Speckschweiz

Ortstermin in der Speckschweiz, dem Bochumer Viertel zwischen Dorstener, Herner und Feldsieper Straße. Ein Team um den Veranstalter Guy Dermosession organisiert hier den Rundlauf Bochum, ein Kunst- und Kulturfestival vom 30. April bis 5. Mai. Der Treffpunkt an diesem eisigen Märztag ist Haus Steden. Die Traditionsgastronomie im Viertel steht seit einiger Zeit leer. „Der Vermieter hat Ja gesagt!“, [mehr...]