Made in Japan: Transfabrik

Konzertperformance „Chorus“ | Foto: Alain Monot

Die stark ritualisierte Theatertradition in Japan ist für europäische Künstler besonders faszinierend. Auch in der Stückauswahl des deutsch-französischen Tanzfestivals „Transfabrik“ lässt sich dieser Einfluss erkennen: „Als das Gesamtprogramm fertig war, hat uns der Zusammenhang selbst überrascht“, erläutert Nassrah-Alexia Denif von PACT Zollverein. Sie sieht darin durchaus einen Trend. So ist neben dem Dauergast Laurent Chétouane eine Performance von Philippe Quesne zu sehen, die er in Japan mit vier Tokioter Schauspielerinnen erarbeitet hat („Anamorphosis“). Für seine spektakulären Bühnenaufbauten bekannt, lässt der Künstler kleine Alltagssituationen in großem Licht erscheinen. Verspielter ist dagegen die Choreografie von Fanny de Chaillé, die sich auf japanische Puppenspielkunst konzentriert hat. Ihre Metamorphose einer Puppe zur menschlichen Kreatur nennt sich „Ich bin ein japanischer Regisseur“ und wird mit Texten von Thomas Bernhard unterlegt. Wahre Jubelstürme hat das Konzertprojekt „Chorus“ von Mickaël Phelippeau bei der Uraufführung ausgelöst, in dem 24 Sänger a cappella (!) eine Kantate von Bach improvisieren: ein Chor als bewegte Klangeinheit im Raum.

 

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