Er spielte Cello: Matthias Deutschmann

| Foto: Albert Josef Schmidt

Hören Sie auf den Mann am Cello! Hören Sie ganz genau hin! Er wird Ihnen zwar Dinge erzählen, die Sie meinen, bereits zu kennen, aber er wird Ihnen die Augen öffnen für das, was tatsächlich dahinter steckt, hinter den großen Dramen der Republik. Den dumpf vor sich hin schweigenden Aufsichtsräten brach vor sich hin dümpelnder Flughafenattrappen. Den freundlich lächelnden Sachbearbeitern Ihrer Bankfiliale und ihrem finanzwirtschaftlichen Know-how. Den Kanzlerkandidaten ehemals als Volkspartei titulierter Splittergruppen, die noch nicht mal wissen, wie rum sie das Schachbrett stellen müssen, an dem sie werbewirksam vorgeben, Turm von Läufer unterscheiden zu können. Und den Durchhalteparolen für eine Währung, die von Bürokratie und Reformfeindlichkeit zersetzt wird.

Matthias Deutschmann ist Kabarett in Reinkultur. Scheinbar harmlos sitzt er am Cello, improvisiert mit assoziativen Melodieschnipseln, während er mit Nebensätzen Entscheidungsträger als Hanswürste entlarvt. Kategorisch. Was dieser Mann sagt, erlaubt keine Gegenrede. Wären wir die Bild-Zeitung, er wäre unser Brettl-Titan!

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