Carl Biebighäuser: Bergischer Robin Hood

Erst kürzlich hat „Erpresser“ Krümelmonster (der mit dem goldenen Keks) deutlich gemacht, dass es immer wieder mal an der Zeit ist, in bester Robin-Hood-Manier als Rächer der Armen und Schwachen ins Licht zu treten. Wie sonst kann man auf ungerechte Verteilung denn aufmerksam machen? Aber wer hätte gedacht, dass in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch ein Bergischer Robin Hood aktiv war. Nicht im blauen Fell, sondern wahrscheinlich eher etwas abgerissen, räuberte in den 1870er Jahren Carl Biebighäuser im Tal der Wupper. Von Elberfeld bis Barmen, zwischen Schwelm, Neviges und Altena galt er als Robin Hood oder Schinderhannes des Bergischen Landes und war der Star seiner Zeit. Der Wuppertaler Schauspieler und Sprecher Olaf Reitz hat die Geschichte als Hörbuch-CD produziert und präsentiert jetzt eine Lesung mit der Schauspielerin Caroline Keufen und der Akkordeonistin Ute Völker. Das hätte sich Biebighäuser wohl nicht träumen lassen, den man ja sogar nach Amerika nicht einließ: „En Amerika hatten se schleite Völker genoch, do konnten se meck nit bruken.“