Berufskolleg Unchained

Schauspieler Kai Bettermann

Quentin Tarantino ist der Meister von Blut und Gewalt, der Macher des Schreckens und der Action auf 16:9-Format. Seine Filme gewinnen Oscars, seine Soundtracks erklimmen die Charts. Höchste Zeit, dass der Meister ins Ruhrgebiet kommt. Eingeladen hat ihn die Abschlussklasse des Karl-Schiller-Berufskollegs in Dortmund.

„Das ist unser Abschlussprojekt“, erzählt Berufsschüler und Organisator Jakob Fraisse über das Schauspiel am 17. April im domicil. „Es gibt keine Vorgaben. Wir müssen einfach ein Projekt organisieren, das Medien mit einbezieht.“ Quentin Tarantino ist zugegeben nicht höchstpersönlich zu Gast, aber Schauspieler Kai Bettermann gibt sich alle Mühe, seine Rolle in The Quentin Story lebensecht wirken zu lassen. Dass die Hommage an den großen Regisseur im domicil stattfindet, ist kein Zufall: Jakob macht seine Ausbildung dort. Der Laden soll aber wirklich nur die Bühne bieten, den Rest haben die Schüler selbst organisiert. Booking, Sponsoring, Casting, Regie – alles in Eigenorganisation.

Heraus kommt ein Stück in fünf Kapiteln, jedes hat ein eigenes Thema. Es soll um Tarantino selbst, sein Leben und seine Werke gehen. „Tarantino wird viel mit Gewalt in Verbindung gebracht, dabei sind seine Filme viel mehr. Sie sind Ästhetik und haben gute Plots. Deswegen geht es in einem Kapitel auch darum, wie er mit der Gewalt umgeht und wie er dazu steht“, erklärt Jakob die Intention. Unterstützung erhalten die Berufsschüler von Regisseurin Christine Köck vom Dortmunder Kinder- und Jugendtheater, von einigen Sponsoren und einer Band. Die wird live einige Stücken der großen Tarantino-Soundtracks in Jazz verpacken. Da hat vielleicht Jakobs Tätigkeit im domicil dann doch ein bisschen abgefärbt. „Normalerweise organisiere ich ja hier Konzerte, mal eben was ganz anderes auf die Beine zu stellen, ist eine große Herausforderung.“ Aber Jakob freut sich auch auf das Ergebnis: „Das Verrückte an Tarantino ist ja, dass er schon seit 1991 Filme macht und trotzdem total aktuell ist. ,Django Unchained' wurde wieder total gefeiert. Er schafft es, immer zu überraschen. Deswegen wird das ein Abend, der allen Spaß macht, von 18 bis 88.“