andcompany&Co: Carsch-Haus besetzen?

Revolution, Baby: andcompany&Co. | Foto: Hans Jörg Michel

Der Aufstand kommt nach Düsseldorf. Diesmal allerdings nicht in Form der Occupy-Bewegung, sondern als Bühnenstück: Mit „Der (kommende) Aufstand, nach Friedrich Schiller“ greift das Berliner Performance-Kollektiv andcompany&Co. den Widerstand der niederländischen Geusen, der Freiheitskämpfer von 1568, gegen die spanischen Unterdrücker auf. In einer Koproduktion mit dem landeshauptstädtischen FFT zeigen die Künstler am 18. und 19. April einen Remix aus vergangenen und aktuellen Kämpfen.

„2011, als das Projekt begann, wurde der Aufstand ja nicht nur auf der Bühne geprobt, sondern auf vielen verschiedenen öffentlichen Plätzen zugleich: auf dem Tahrir Square in Kairo, dem Plaza del Sol in Madrid, dem Syntagma Square in Athen, dem Rothschild Boulevard in Tel Aviv, der Wall Street in New York, im Park vor der EZB in Frankfurt/Main und auch hier in Düsseldorf auf dem Martin-Luther-Platz“, erzählt Alexander Karschnia, Mitbegründer der Performancegruppe. Kurzerhand verbinden die Künstler die aktuellen Geschehnisse mit Schillers Roman „Der Abfall der Niederlande von der spanischen Regierung“. Dieser ist übrigens ein Jahr vor der französischen Revolution entstanden.

Auch die Spielform von andcompany&Co. ist revolutionär: Die Performer besetzen die Bühne, die Zuschauer den Zuschauerraum. Dann versuchen beide Parteien miteinander zu verhandeln. Symbolisch packen Zuschauer und Schauspieler sogar ein silbernes Geschenk zusammen aus. „Der (kommende) Aufstand“ ist jedoch kein rein dialogisches Stück. Zwischendurch spielen die Darsteller aus den Niederlanden, aus Belgien und vom Staatstheater Oldenburg eigene Parts. Dennoch ist das Einbringen des Publikums ausdrücklich erwünscht: „Vielleicht gehen die Zuschauer ja gar nicht mehr nach Hause, sondern bleiben, um mit uns das Carsch-Haus zu besetzen.“ Die Reaktionen auf das unkonventionelle Stück, das im November 2012 seine Premiere feierte, waren in der Vergangenheit übrigens meistens positiv. Oder um es mit Alexander Karschnia zu sagen: „Das Feedback ist häufig euphorisch, in Einzelfällen phobisch.“

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