Comedy-Preis PoKCal findet seine Finalisten

In wenigen Tagen treten die Finalisten des Comedy-Newcomer-Preises PoKCal gegeneinander an. Wir haben bei der Finalistenfindung tatkräftig mitgeholfen und stellen euch die Teilnehmer vor.

Sie wollen den PoKCal - fünf Newcomer von Poetry Slam über Stand-Up-Comedy bis zum Musikkabarett, thematisch irgendwo angesiedelt zwischen den Vorteilen des Nacktseins bei Schlägereien, dem Teenagerzimmer als Pumakäfig und dem Unterschied zwischen Tagikhani und Matahari. Aus einem Korb voller Bewerbungen hat die PoKCal-Jury Anfang März in der Vorauswahl eine Handvoll Finalisten gefunden, die am 29. April antreten, um letztendlich den begehrten Kabarett-und Comedy-Preis mit nach Hause zu nehmen. Bei diesem spannenden Galaabend im Dortmunder Kulturzentrum Wichern mit in der Jury sitzt dann, genauso wie bei der Vorauswahl, der coolibri.

Die Finalisten im Fokus

Foto: Pressefoto

Paul Weigl ist Wahlberliner mit bayerischen Wurzeln und hat sich bereits in der Poetry-Slam-Szene einen Namen gemacht. Er ist aktuell mit seinem Soloprogramm „Degenerationskonflikt“ unterwegs. Nach einem Herr-der-Ringe-Filmmarathon schreibt der 34-Jährige offene Briefe an Peter Jackson, „dem miesesten Regisseur aller Zeiten“, und weiß, warum Vegetarier die größten Massenmörder auf Erden sind.

Foto: Pressefoto

Nicht ganz so weit zum PoKCalfinale hat es die Niederrheinerin Ingrid Kühne, die mit ihrem ersten Comedy-Soloprogramm „Wie war das no(ch)rmal?“ nach Dortmund anreist. Auf der Bühne räumt De Frau Kühne auf mit dem Wahnsinn vor und hinter der Haustür. Denn der lauert überall, weiß die Hausfrau und Mutter – vor allem in einer Welt, in der der BMI wichtiger ist als der IQ.

Foto: Pressefoto

Der nächste Finalist versucht im Chaos der multimedialen Welt den Überblick zu behalten - oder um es mit seinen Worten zu sagen: „Den roten Faden wieder zu entknoten“. Markus Kapp haut dafür am liebsten in die Tasten. Das Musikkabarett-Programm des Karlsruhers heißt passenderweise: „Wir schweifen APP“.

Foto: Thomas Langer

Abschweifen ist bei Emir Puyan Taghikhani kaum möglich: „Wenn ich vor das Publikum trete, blicken die Leute etwa so erschrocken drein, wie kurz vor einem Wildunfall mit dem Auto“, sagt der 26-jährige Stand-Up-Comedian. Die Mischung macht’s: tiefe Bassstimme, schwarzer Bart, stattliche Erscheinung – und der Name? Unaussprechlich für die meisten, weshalb er sich seit langem Helmuth Steigerwald nennt.

Foto: Jörg Lahn

Der letzte im Bunde, Deniz Yusuf, ist mit 22 Jahren der Youngstar unter den PoKCal-Finalisten und das Überraschungspaket der Vorrunde. Er thematisiert am liebsten, was er selbst lustig findet. Auf seine Geschichten über den ersten Kampf mit einem Mädchen oder den ziemlich haarigen Sohn seines besten Kumpels kann man sich wirklich freuen.

So verschieden sie auch sein mögen, all diese Finalisten vereint, dass sie die Jury mit ihren Bewerbungsvideos auf Anhieb überzeugt haben und auch nach sieben Stunden und einer zweiten Videorunde immer noch klug, bissig, witzig und speziell waren. Im Finale gehört den Newcomern die Bühne für jeweils etwa 20 Minuten. Wer dann überzeugt, darf sich über 2500 Euro freuen. Irmine Estermann