Cirque Bouffon: Eine Welt aus Poesie und Fantasie

Fréderic Zipperlin | Foto: Uwe Weber/Cirque Bouffon

Clowns, Artisten und Musiker schaffen im Cirque Bouffon magische Momente. Gemeinsam entführen sie das Publikum in eine Welt aus Poesie und Fantasie. Fréderic Zipperlin, künstlerischer Leiter des Zirkus, berichtet im Gespräch mit Dominique Schroller von seinem Kindheitstraum.

Was macht für Sie die Magie des Cirque Bouffon aus?

Teil der Magie ist erst einmal das Zelt und seine Intimität. Das Publikum ist ganz nahe dran, fast schon mittendrin. Wir spielen nicht nur nach vorne, sondern 360 Grad, also ganz rund. Dazu kommt die Musik, die eigens für jedes Stück komponiert ist. Die Musiker sind auch Clowns und mit in der Manege. Das alles ist die spezielle Magie.

Wie ist dieser Zirkus entstanden?

Das war schon lange ein Traum von mir. Als Künstler war ich überall auf der Welt unterwegs, bin beim Zirkus, in Varietés und Theatern aufgetreten. Doch es war immer mein Wunsch, meinen eigenen Platz zu haben und selbst etwas zu kreieren. Vor zehn Jahren habe ich mit meiner Frau zusammen angefangen, den Weg zu gehen, von dem ich geträumt habe und heute kommt das Publikum zu uns nach Hause.

Was fasziniert Sie an der Zirkuswelt?

Zirkus ist für jeden. Kinder, Eltern, Großeltern kann er gleichzeitig begeistern und das fasziniert mich an dieser Kunst. Sie ist nicht elitär, sondern populär.

Goos Meeuwsen | Foto: Alexander Dacos / Cirque Bouffon

Wie sind Sie Teil dieser Zirkuswelt geworden?

Als ich acht Jahre alt war, habe ich in meiner Heimat Südfrankreich eine Vorstellung gesehen. Danach hatte ich den Wunsch, Clown zu sein. Später habe ich eine Zirkusschule besucht und vor 30 Jahren als Clown und Jongleur angefangen. Später habe ich auch Regiearbeiten gemacht und sie haben mich meinem Traum von einem eigenen Zirkus näher gebracht.

Wie gelingt es Ihnen, die Menschen immer neu zu verzaubern?

Das ist ein bisschen wie kochen. In einem guten Restaurant gibt es verschiedene Gerichte, aber das Können des Kochs ist entscheidend. Der gute Koch, das sind unsere Künstler. Wir haben ein international erfahrenes Ensemble und virtuose Musiker. Wenn die Zutaten gut sind, dann gelingt auch die Show und die Leute kommen wieder. Eine Garantie gibt es nicht. Ob das Programm die Menschen wirklich begeistert, wissen wir immer erst nach der Premiere.

Warum haben Sie für die Welturaufführung Gelsenkirchen gewählt?

Wir haben eine Kooperation mit dem Musiktheater im Revier. Das hat im vergangenen Jahr sehr gut geklappt und deshalb setzen wir das fort. Für unsere Proben können wir zusätzlich zu unserem Zelt auch die Studiobühne nutzen. Das gibt uns erstmals die Möglichkeit, drei Wochen und nicht nur ein paar Tage zu proben. Wir freuen uns schon sehr auf die Reaktionen des Publikums, denn die sind bei der Premiere besonders wichtig.

Wohin entführt Lunatique die Menschen?

Lunatique steht in enger Verbindung zum Mond. Im Englischen bedeutet das Wort ‚ein wenig verrückt‘, im Französischen steht es für ‚launisch‘ und im Russischen bezeichnet es den Schlafwandler. Die Show bietet ein bisschen von allem. Wir werden Schlafwandler und Stimmungswechsel haben und die Leute dazu bringen, mit dem Mond zu träumen.

Wovon träumen Sie selbst?

Ich träume sehr viel, zum Beispiel von einer besseren Welt, in der jeder seinen Platz findet. Ein bisschen wie im Zirkuszelt, das Menschen aus der ganzen Welt vereint. Außerdem träume ich davon, mit dem Cirque Bouffon eine Tournee durch verschiedene Länder und Kulturen zu machen. Das ist nicht so einfach zu verwirklichen, aber jeder darf träumen.