lit.COLOGNE: Von Religion bis Verdauung

Mit Meese auf Mini-Kreuzfahrt | Foto: Jan Bauer / Courtesy: Jonathan Meese

Das Highlight der diesjährigen lit.COLOGNE war schnell ausgemacht. Jonathan Meese, Maler, Provokateur, Gesamtkunstwerk. Der Herr mit dem langen schwarzen Haar sticht im Rahmen des Kölner Literaturfestivals am 19. März gemeinsam mit Werner Spies auf der MS RheinEnergie in See.

Da müssen wir hin! Um zu überprüfen, ob Meese sein Publikum mit erhobenem rechten Arm begrüßt, es als „Formfleischmenschenklone“ beschimpft oder Gummipuppen mit Hakenkreuzen beschmiert (alles schon so passiert). Wo Meese draufsteht, ist garantiert ein unvergesslicher Abend drin. Es dürfte nicht der letzte seiner Art im Rahmen des Literaturfestivals in der Domstadt bleiben.

Dessen Besucher können zwischen dem 12. und 22.3. aus insgesamt 190 Veranstaltungen wählen, 102 davon für Erwachsene, der Rest für Kinder und Jugendliche. Themenabende werden dabei ebenso anberaumt wie neue Veranstaltungsorte für Literatur erschlossen und interessante Menschen zusammengebracht.

Frank Turner spricht über die Kunst des Songwritings 

Auch bei der 14. Auflage darf einer nicht fehlen: Roger Willemsen. Denn für die Veranstalter scheint die Maxime zu gelten: Eine lit.COLOGNE ohne Willemsen ist undenkbar. Und so schildert uns Deutschlands Vorzeigeintellektueller am 14.3. an Bord der MS RheinEnergie, was er innerhalb des vergangenen Jahres bei zahlreichen Besuchen im Deutschen Bundestag erlebt hat.

Über die Kunst des Songwritings spricht am 15.3. der britische Musiker Frank Turner im Depot 1 in Mülheim (es gibt nämlich nicht ausschließlich Literatur auf hoher See). Bereits vorher kann man an gleicher Stelle Diedrich Diederichsen und Rainald Goetz lauschen, wenn sie sich – auf höchstem Niveau natürlich! – über Popmusik austauschen. Wer kommt, sollte allerdings seinen Derrida gelesen haben!

Ein Thema, das gemeinhin eher unter den Teppich gekehrt wird, kommt am 21.3. im WDR Funkhaus aufs Tapet: Es geht um Dichter, den stillen Ort und die Verdauung. Das letztere viel Gesprächsstoff bietet, beweisen Jürgen Tarrach, Gerd Köster und Giulia Enders.

Und von der Verdauung ist es nur ein winziger Schritt zum Katholizismus – zumindest auf der lit.COLOGNE. Im Kölner Dom endet der diesjährige Veranstaltungsreigen. Dort widmen sich Martin Reinke und Joachim Król gleich zwei Männern mit Namen Franz: Franz von Assisi und Papst Franziskus.

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