Glanzstoff: Akademie der inklusiven Künste

„Viel Lärm um nichts“, Probenszene

Der Begriff Inklusion ist derzeit im pädagogischen Bereich in aller Munde. Der Grundgedanke, Menschen mit Handicap in Regelabläufe zu integrieren, polarisiert allerdings. Kein Neuland ist die Inklusion für Theaterpädagoge Markus Höller; er leitet seit über sieben Jahren ein Integratives Theaterprojekt an den Wuppertaler Bühnen. Sein Vertrag wurde – wie die der meisten Ensemblemitglieder – für die kommende Spielzeit nicht verlängert.

Unter dem Titel „Glanzstoff“ wird Markus Höller mit fünf Mitstreitern nun eine „Akademie der inklusiven Künste“ eröffnen. Angedacht ist: Die Wuppertaler Bühnen stellen Räume und Infrastruktur zur Verfügung. „Für die benötigte Wahrnehmung und Akzeptanz muss so ein Leuchtturmprojekt an einem städtischen Theater umgesetzt werden“, sagt Markus Höller. „Inklusion als Begegnung auf Augenhöhe in einem kulturellen Betrieb“ ist es in dem mehrseitigen Konzeptpapier formuliert, denn: „Aktuell wird Menschen mit Behinderung nicht die Gelegenheit gegeben, sich in einem professionellen Rahmen theatral zu den sie bewegenden gesellschaftlichen Themen zu äußern und somit ihre Sicht der Dinge künstlerisch dazustellen. Nun ist es Zeit, dies zu ändern.“

Integrativen Theaterprojekt und Schauspielausbildung

Viel positives Feedback gab es bereits in den zurückliegenden sieben Jahren. Die Aufführungen waren laut Markus Höller zur Premiere immer ausverkauft und drei weitere Vorstellungen mit 90 Prozent Auslastung hervorragend besucht. „Und es gibt zahlreiche Interessenten, die in der Vergangenheit nicht aufgenommen werden konnten, weil es einfach keine Kapazitäten gab.“ Der Name „Akademie der inklusiven Künste“ deutet indes auf ein Mehr hin.

Neben einem Integrativen Theaterprojekt wird eine zweieinhalbjährige Schauspielausbildung angeboten, darüber hinaus kommen zahlreiche Kurse in den Künsten Tanz, Musik, Malerei, Foto/Film und Literatur ins Programm. „Die Kurse der ,inklusiven Künste' sind auf die Belange von Menschen mit Behinderung eingestellt, inhaltlich wie personell. Sie sollen dezentral an verschiedenen Kulturorten im Stadtgebiet angesiedelt werden und natürlich an den Bühnen.“

Hier würde – kommt die Kooperation mit den Bühnen zustande – eben auch den (zukünftigen) Schauspielern der professionelle Rahmen zur Verfügung gestellt werden: Probebühne, Veranstaltungsort, Kostüme, Technik, Requisiten, „wodurch die Begegnung mit dem ,normalen' Ensemble und den Mitarbeitenden alltäglich wird“. Denn das ist das erklärte Ziel der „Glanzstoff“-Truppe um Markus Höller: „Menschen mit Behinderung in professionelle Theateraufführungen sowie Film- und Fernsehproduktionen zu vermitteln. Sie sollen ganz selbstverständlich Teil der produzierenden Theater- und Medienwelt werden.“

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