Drei ???: Ein Fall für große Hallen

| Foto: Christian Hartmann

Erster Detektiv: Justus Jonas, zweiter Detektiv: Peter Shaw, Recherchen & Archiv: Bob Andrews.“ Für Fans der Hörspiel-Serie „Die drei ???“ haben diese, von der Visitenkarte des Trios stammenden Worte eine ähnlich magische Bedeutung wie für andere die Zehn Gebote. Seit mehr als drei Jahrzehnten lösen die Hobby-Detektive aus Rocky Beach an der kalifornischen Pazifikküste knifflige Fälle. Mehr als 44 Millionen Mal haben diese sich als Hörspiel verkauft.

Anlässlich der anstehenden Live-Tour zum exklusiven Fall „Phonophobia – Sinfonie der Angst“ erzählt Andreas Fröhlich, der Bob Andrews seit Beginn der Serie seine Stimme leiht, was er und die Figur gemeinsam haben sowie von möglichen Gründen für ein Ende der Reihe.

Vor 35 Jahren erschien die erste Hörspiel-Folge „Die drei ??? und der Super-Papagei“. Woran erinnern Sie sich im Besonderen?

Oliver Rohrbeck und ich wohnten damals wie heute in Berlin und da die Mauer noch stand, sind wir mit dem Flugzeug in 45 Minuten nach Hamburg geflogen. Währenddessen haben wir Tomatensaft getrunken. Das Tollste war die Landung, denn als 13-jähriger fliegst du ja nicht so häufig.

Bis heute sind knapp 170 Folgen produziert. Was waren die größten Veränderungen in all der Zeit?

Da wir drei Sprecher natürlich älter geworden sind, gehen wir ganz anders mit den Figuren um. Mit 13, 14 liest man in erster Linie den Text ab und ist froh, wenn man einen Satz fehlerfrei geschafft hat. Mittlerweile sind wir so mit diesen Rollen eins geworden, dass wir ganz anders mit ihnen umgehen. Man löst die Sache schauspielerischer.

Wir versuchen natürlich auch nicht so alt zu klingen, wie wir in Wirklichkeit sind. Denn ohne das Alter der drei Detektive genau zu nennen, kann man davon ausgehen, dass sie in den aktuellen Folgen ca. 18, 19 Jahre alt sind. Außer den Stimmen und unserem Alter bleibt aber ansonsten im Kosmos der drei ??? alles gleich. Das ist schließlich das Erfolgsrezept.

Wie lässt sich die Motivation für die Serie bewahren?

In dem Moment, in dem wir zusammen im Studio sitzen, geht das ganz automatisch. Wir haben seit Jahren unsere gleichen Plätze. Links von mir sitzt Jens und gegenüber Oliver. So sind wir direkt in der Rolle drin und können mit dem Text beginnen.

Gibt es Charakterzüge, die Andreas Fröhlich und Bob Andrews gemein haben?

Bob ist in erster Linie der Mediator zwischen dem ängstlichen Peter und dem oberschlauen Justus. Wenn die beiden sich in die Wolle kriegen, springt er dazwischen und versucht zu vermitteln. Es trifft vielleicht auch auf mich zu, ausgleichend und vermittelnd zu sein.

Haben sie Lieblingsfolgen, an die Sie sich gerne erinnern?

Ich fand „Nacht in Angst“ aus inszenatorischen Gründen sehr interessant, weil es eine Echtzeitfolge war. Ähnlich wird es auf der Tour mit „Phonophobia“ sein. Ansonsten mag ich immer die aktuelle Folge, weil sie vor meiner Nase ist und ich mich mit ihr am besten auseinandersetzen kann.

Können Sie einen kleinen inhaltlichen Einblick in den Fall „Phonophobia – Sinfonie der Angst“ geben?

Wir können sagen, dass es um mystische und manipulative Klänge geht. Es wird ein neuer Fall sein, den Kai Schwind gemeinsam mit Kari Erlhoff entwickelt hat. Anschließend haben Kai und ich ihn für die Bühne bearbeitet.

Wir wollen uns im Vergleich zu den Live-Hörspiel-Vorgängern „Master Of Chess“ und „...der seltsame Wecker“ akustisch und inszenatorisch weiterentwickeln. Der Sound wird authentischer und die Lichttechnik ausgefeilter sein. Zudem bemühen wir uns, das Bühnenbild mehr mit der Inszenierung verschmelzen zu lassen. Es wird außerdem keinen Erzähler mehr geben. Stattdessen präsentieren wir „Phonophobia“ wie gesagt in Echtzeit.

Die Live-Inszenierungen erinnern weniger an intime Hörspielmomente denn an eine Revue-Show.

Es ist zwangsläufig so. Als wir damals mit „Master Of Chess“ vor 500 Leuten anfingen, haben wir den Text am Pult stehend mit Geräuschemacher und einem kleinen Keyboard präsentiert. Je größer die Hallen wurden, desto mehr mussten wir uns mit eine Weiterentwicklung auseinandersetzen. Um mehr als 10 000 Leute an einem Abend zu erreichen, muss man schon ein wenig klotzen.

In der Regel arbeiten Sie vor allem in Tonstudios ohne Publikum. Wie bereiten Sie sich auf die kommenden Auftritte vor?

Ich versuche vor allem, nicht so viel zu machen und mich zu entspannen. Das ist nicht immer so leicht, da gleichzeitig die ganzen Vorbereitungen laufen. Ich bin positiv aufgeregt und hoffe, dass es jetzt schnell losgeht, weil ich richtig Lust darauf habe.

Ein Ende der Hörspielreihe ist eigentlich undenkbar. Trotzdem als finale Frage: Welche Gründe könnten zu einer Absetzung führen?

Wir werden sofort aufhören, sobald einer von uns drei Sprechern aussteigt, weil er keine Lust mehr hat oder aus anderen Gründen nicht mehr weitermachen kann. Aber gerade im Vorfeld der Tour ist das kein Thema. Jetzt wollen wir erstmal viel Spaß miteinander haben.

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