4. Krimifestival Moers: Wort- und Totschlag

Morden im Norden: Jørn Lier Horst | Foto: Chrisian Elgvin

Mit Kuschelsocken auf dem Sofa liegen und Krimis lesen ist eine Sache – in der Pathologie (wenn auch literarischen) Gräueltaten zu lauschen sicher eine andere. Besucher des 4. Krimifestivals Moers sollten also nicht allzu zart besaitet sein. „Wir haben diesmal sehr ungewöhnliche Orte im Programm“, so Pressesprecher Thorsten Schröder über die 16. Lesungen an zwölf „Tatorten“. So wird etwa in einer Kirche, einem Gartencenter, dem älteste Bürgerhaus der Stadt oder in der Justizvollzugsanstalt gemeuchelt, gelyncht und geraten, wer’s denn nun war.

Und wenn die Location eher schlicht ist, glänzt dafür der Gast umso mehr, etwa wenn die Schauspielerin und „Tatort“-Kommissarin Andrea Sawatzki zum Auftakt am 15. März in der Sparkasse aus ihrem ersten Roman „Ein allzu braves Mädchen“ liest. Auch für Fans von Mankell & Co. gibt’s ein Highlight: Neben vielen anderen preisgekrönten Autoren aus dem In- und Ausland kommt am 29.3. auch Jørn Lier Horst, der auch der „norwegische Wallander“ genannt wird, in die Sparkasse und liest aus seinem Roman „Jagdhunde“.

Moderiert und auf Deutsch vorgetragen wird das Ganze von Schauspieler und Autor Stefan Keim. Den Schlusspunkt setzt übrigens ebendort der Lebensgefährte von Andrea Sawatzki: Schauspieler Christian Berkel liest am 5. April aus „Totenfrau“ von Bernhard Aichner, das er auch als Hörbuch eingesprochen hat.