Zwei Grad Plus: Von Wetterfröschen & Weltverbesserern

Eiszeit in Moers: Theater gegen Klimawandel | Foto: Christian Nielinger

Werden bald die Eisbären durch den Bochumer Ruhrpark irren? Oder verwandelt sich Oberhausen allmählich in eine heiße Wüstenmetropole? Wohl kaum. Aber wie steht es nun wirklich um den Klimawandel und seine Folgen? Das Team des Schlosstheater Moers beschäftigt sich seit Spielzeitbeginn intensiv mit der Suche nach Zusammenhängen in dem komplexen Gewirr von Wahrheiten und Verantwortlichen. „Zwei Grad Plus“ nennt Intendant Ulrich Greb eine Reihe von Bühnenstücken, Dokumentarfilmen und Lesungen mitsamt interaktiver Ausstellung im Schloss. Fakten werden gegen Fiktionen ausgespielt und immer wieder dreht es sich um das Lebenselixier Wasser. So geht es in Henrik Ibsens Farce „Ein Volksfeind“ und in Elfriede Jelineks Textfläche „Kein Licht“ um verseuchtes H2O, während in „Futur II“ die Sintflut die Schauspieler von der Bühne zu spülen droht (Premiere: 14.3.). Für das letztgenannte Stück arbeitete sich das Ensemble durch hundert Seiten starke Manuskripte. Der künstlerische Output fügt sich zu einer absurden Talkrunde zusammen, Wetterfrosch trifft Umweltaktivistin, Kommerz tritt gegen Gemeinnützigkeit in die verbale Schlacht. Und für die junge Generation entsteht ab 2.3. „Topia“, ein Zukunftslabor für Weltverbesserer und Klimabotschafter mitsamt urbanem Garten im Moerser Stadtzentrum.

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