Wigald Boning: Psychoanalyse des Einkaufszettels

BU: Blickt dem Käufer in die Seele: Wigald Boning | Foto: Stefan Menne

„Salat, Tomaten, Gurken“ oder „Schokolade, Weingummi, Kuchen“: Beides potenzielle Aufzählungen auf einem Einkaufszettel. Erstgenannter könnte zu einem Bio-Freund passen, der zweite zu einem Naschkätzchen. So oder so ähnlich würde sie vielleicht Wigald Boning charakterisieren, für den ein Kassenbon als vermeintliches Wegwerfartikel ein wertvolles Zeitdokument ist, das es zu analysieren lohnt. Deshalb interpretiert er sie sowohl auf der Bühne als auch in seinem neuen Buch „Butter, Brot und Läusespray: Was Einkaufszettel über uns verraten“. Und wer den ehemaligen „Clever“-Moderator schon erlebt hat, weiß, dass das keine platten Interpretationen werden, sondern ausgefeilte Hypothesen. Ob Herkunft, Geschlecht oder Charakter, der „Fußleisten-Historiker“ gibt sich nicht mit Klischees zufrieden. Im Gegenteil, denn Boning glaubt, dass der Einkaufszettel ein Bild des Seelenzustands des Verfassers ist. Um den unterhaltsamen Abend abzurunden, bittet Boning seine Gäste, so viele Einkaufszettel wie möglich mitzubringen. Denn diese werden nach der Lesung gemeinsam analysiert.