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Auch wenn uns die Autoren zahlloser Ratgeber zum Thema Glück allzu gerne etwas anderes weismachen möchten: Das Glück lässt sich nicht locken oder gar erzwingen. Es setzt beizeiten den Mut voraus, alles auf eine Karte zu setzen, sich zu verausgaben und die Gewohnheiten des Alltags hinter sich zu lassen. Wenn all das gegeben ist, naht er vielleicht, aber eben nur vielleicht – einer der raren, kostbaren und hoch energetischen Glücksmomente.

In ihrer jüngsten Bühnenarbeit „GlückStück“ beleuchtet die Berliner Tanzregisseurin Helena Waldmann, die in der Vergangenheit bereits mit Heiner Müller oder George Tabori arbeitete, das Thema Glück. Vier Tänzer schickt sie am 8. und 9. März auf der Bühne des Düsseldorfer tanzhaus nrw auf die Reise. Brit Rodemund brillierte bereits in der letzten Waldmann-Kreation „revolver besorgen“ und wurde von der Zeitschrift „tanz“ zur „Tänzerin des Jahres 2011“ gekürt. Zu ihr gesellen sich in der neuen Produktion Moo Kim, Tobias M. Draeger und André Soares.
Das Quartett macht den Bühnenraum zu einem tänzerischen Pulverfass. Sie schreddern die ohnehin nur behauptete Normalität, werfen das verordnete Ruhigsein über Bord und arbeiten gegen die Angst vor dem Überschreiten des angeblich Maßvollen an. Ihr Glück ist die Rebellion, die Würde, über sich selbst zu bestimmen. Nach der Uraufführung der Arbeit im Dezember in Berlin war das dem Abend vorangestellte Thema nicht nur auf der Bühne greifbar.
Auch die schreibende Zunft gab sich angetan. Von einem „Glücksfall fürs Theater“ schrieben beispielsweise die Stuttgarter Nachrichten. Ob die Reaktion auf Stephanie Thierschs jüngste Arbeit ähnlich euphorisch ausfällt, bleibt noch abzuwarten. Die drei Stücke ihrer „Happy Living Trilogy“ erleben nämlich erst am 2. und 3. März an der Erkrather Straße ihre Uraufführung. Auch bei der Kölnerin Thiersch, die unter anderem bei Valie Export studierte, dreht sich alles um das Glück und seine mediale Inszenierung. Das Thema scheint also allgegenwärtig zu sein.
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