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Als „Sackgassenfotograf“ hat sich Michael Schmidt mal bezeichnet. „Ich latsche immer in eine Sackgasse und finde keinen Ausweg“, so der Lichtbildner. „Dann akzeptiere ich diesen Zustand, und irgendwann bin ich wieder draußen.“ Scheitern als künstlerische Chance sozusagen.
Schmidt lehnt es ab, sich selbst zu zitieren. Für jede neue Serie entwickelt er eine eigene Bildsprache. Vier bis fünf Jahre arbeitet er in der Regel zu ein und demselben Thema. Für seine jüngste Reihe hat er seit 2006 in den Fischfarmen Norwegens ebenso fotografiert wie in deutschen Großbäckereien oder der apfelverarbeitenden Industrie in Italien. Nach fünf Jahren der Planung und Realisierung ist sein fotografisches Essay zum Thema „Lebensmittel“ ab März erstmals im Rahmen einer Ausstellung zu sehen – im Leverkusener Museum Morsbroich.
Nun könnte man ja bei diesem Thema annehmen, dass die Schmidtschen Werke wütend oder anklagend daherkommen – schließlich wurde in den letzten Jahren viel über die oft fragwürdige Herstellung bestimmter Lebensmittel, sei es nun Fleisch, Fisch oder auch Brot, diskutiert. So leicht macht es sich Schmidt aber nicht. Vielmehr ist seine Sichtweise in erster Linie durch Klarheit und Härte gekennzeichnet. Der Blick in die Brotkörbe, in die Käfige der Fischfarmen oder Apfelwaschanlagen erinnert bisweilen an die sachliche Fotografie der 1920er Jahre – so seriell-analytisch kommen die Aufnahmen daher. Dennoch bleibt die Wirkung der „Lebensmittel“-Fotos nicht aus: Sie leben vom Widerspruch zwischen den Produkten aus industrieller Herstellung, die in einer perfekten Ästhetik in Szene gesetzt werden, und der realistischen Sichtweise des Fotografen. Genau das macht sie so verstörend.
Alexandra Wehrmann
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