Kai Schumacher: Schlafloser Grenzgänger

Am Piano: Kai Schumacher | Foto: Kollektivmaschine

Der Duisburger Pianist Kai Schumacher ist ein Grenzgänger. Besucher des Traumzeit-Festivals erinnern sich vielleicht, wie er 2014 wortwörtlich die Gebläsehalle gerockt hat. Mit Standards, die nicht aus dem American Songbook stammen, sondern aus Heavy Metal, Grunge und Indie-Rock.

„Insomnia“ heißt sein aktuelles Album. Es beschreibt einen rastlosen Trip durch das urbane Nachtleben. Schumacher spielt darauf zugleich ruhelos und ruhig, changiert zwischen Klassik, Avantgarde und Jazz, interpretiert George Gershwin, John Cage oder Bruce Stark. Und weil er auch auf der technischen Seite gerne experimentiert, hat er sich jetzt zu einer fünfteiligen Konzertreihe im Bochumer Planetarium angekündigt. Dort wird „Insomnia“ zu einem audiovisuellen Gesamtkunstwerk aus Klaviermusik, Videokunst und Surround-Sound.

Durch eine spezielle 3D-Audiosoftware soll der Besucher unter der großen Sternenkuppel über die 60 Lautsprecher des Planetariums den Eindruck bekommen, er höre die Musik wie direkt aus dem Inneren des Flügels – als säße er quasi nicht in bequemen Kipp-Sesseln, sondern zwischen Saiten und Filz-Hämmerchen. Dazu werden Videobilder des Berliner Künstlers Marco Moo durch den Raum schwirren und den Rest der Sinne betören.