Thomas Truax: Der Soundtrack zu Peer Gynt

Das siebte Studioalbum „Trolls, Girls & Lullabies“ von Thomas Truax ist der Soundtrack zum Theaterstück Peer Gynt, was aktuell in Dortmund von Schauspieldirektor Kay Voges aufgeführt wird. Bei diesem Bühnen-Soundtrack wird der Bogen von Folktronica und Indie-Rock über Retro-Pop bis zu experimentierfreudigen Avantgardeklängen gespannt.

Ursprünglich wurde das dramatische Stück Peer Gynt von dem norwegischen Dramatiker Henrik Ibsen im Jahr 1867 als eine Art Lebensgedicht geschrieben. Das Stück, welches unter anderem von dem Dichter Christian Morgenstern ins Deutsche übersetzt wurde, ist eine Mischung aus Volksmärchen, Abenteuergeschichte und philosophischer Abhandlung über den modernen Menschen, der sich zwischen Selbstverwirklichung und Ich-Verlust abarbeitet.

Musikalisch untermalt wird Peer Gynt mit einem atmosphärischen Score von dem amerikanischen Musiker und Instrumentenerfinder Thomas Truax. Mit eigenen Liedern, kapriziösen Coversongs und atmosphärischen Soundteppichen verdichtet er live auf der Bühne die dramatischen Reisen Peer Gynts. Die Kompositionen des New Yorker Singer und Songwriters bieten außerdem einen spannenden Mix aus zahlreichen Einflüssen. Manchmal erinnern die Songs an die surreal sinisteren Bilderwelten eines David Lynch, die hier auf gespenstische und unwirkliche Americana-Sphären treffen.

In seinem musikalischen Sozialisationsprozess ist Thomas Truax  einst der New Yorker Anti-Folk-Szene entwachsen, deren bekanntestes Gesicht der charismatische Loser Beck war. Neben ausgiebigen Tourneen arbeitete er im vergangenen Jahrzehnt auch als Magier und Bühnenbildner am Theater, sowie als Stop-Motion-Animator bei MTV (Celebrity Deathmatch und Robot Chicken). Mit dem Toby Tyler Circus aus Florida zog er durch die USA. Darüber hinaus war Thomas Truax in Filmen wie „Instrumental“ (von Gabe Shalom) oder „One Man In The Band“ (von Adam Clitheroe) ebenso präsent, wie als Solo-Künstler. Der ungewöhnliche Musiker schafft es, einfühlsame und höchst einprägsame Songs zu schreiben. Mit seinen zum Teil selbstentwickelten Instrumenten kreiert er dabei eine eigenwillige Klangfarbe. Dieser Theater-Soundtrack erinnert von seinem Spirit her an Underground-Ikonen aus den 1980er Jahren, wie Klaus Nomi, Danielle Dax oder Wall Of Voodoo – was vor allem an der schrägen Kopfstimme von Truax und seiner speziell ausgeprägten Intonation liegt. Besonders spooky wird es wenn der Multiinstrumentalist bei dem Song „Mutterlein“ in deutscher Sprache singt.

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15. + 16.2. Schauspielhaus, Dortmund

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