Paul Wallfisch: Die Musikalische Seite des Theater Dortmund

Wallfisch Ensemble: Mick Harvey, Paul Wallfisch, Alexander Hacke und Danielle de Picciotto | Foto: Thomas Ecke

Wie schon lange nicht mehr, erlebt das Dortmunder Theater eine unglaubliche öffentliche Aufmerksamkeit. Intendant Kay Voges hat dem Haus viel Lebendigkeit eingehaucht. Ihm gelingt es, mit überschaubaren Mitteln viel auf die Beine zu stellen.

Eine wichtige Figur im Ensemble ist der musikalische Direktor Paul Wallfisch, der ab Februar das Stück „Republik der Wölfe“ mit einem vielversprechenden Soundtrack in Szene setzt und sich dem Haus in besonderem Maße verbunden fühlt. „Dortmund hat ein schönes Theater“, sagt Paul Wallfisch, der früher in den Bands Firewater und Botanica spielte, „unglaubliche Schauspieler und einen sehr inspirierenden Künstler als Intendanten.“ Dem Klavier- und Gitarrenspieler ist es nun gelungen, zwei Musiker mit großen Namen nach Dortmund zu lotsen. Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten) und Mick Harvey (früher bei Nick Cave & the Bad Seeds, heute bei PJ Harvey) werden zusammen im Verbund mit der Multimediakünstlerin Danielle de Picciotto und natürlich Paul Wallfisch die Produktion als musikalische Begleitband einrahmen.

Bereits am 22. November gab es bei der monatlich stattfindenden Musik-Session „Small Beast“ ein Aufeinandertreffen der Musiker, wo nur Mick Harvey fehlte. Unter anderem wurde an diesem Abend der Lou Reed Song „Turning Time Around“ (vom Album „Ecstasy“) dargeboten. In einer flammenden Ansprache krönte Wallfisch das Werk vom kürzlich verstorbenen Reed, der in seinem Verständnis neben Bob Dylan der größte Songwriter aller Zeiten ist. „Viele schreiben einfach nur Songs, aber was Dylan oder Reed machen, ist große Kunst.“

Nun sind Grimms Kinder- und Hausmärchen an der Reihe, von dem außergewöhnlichen Quartett ein musikalisches Korsett zu bekommen. In dieser Märchensammlung finden sich alle Verbrechen, die Menschen je an Menschen begangen haben: Entführer, Mörder, Menschenfresser und Folterknechte sind die Hauptdarsteller in dieser fabulierten Welt. „Ich finde, es spielt keine Rolle, ob die Musik amerikanisch oder deutsch ist“, sagt Wallfisch, „solange man die Seele der Entwicklung des Stückes versteht.“ Dornröschen, Aschenputtel, und Rotkäppchen werden nun in einer großen Collage in die urbane Gegenwart gebeamt. Regisseurin Claudia Bauer, die in der vergangenen Spielzeit in Dortmund bereits Rainer Werner Fassbinders „Welt am Draht“ auf die Bühne brachte, setzt „Republik der Wölfe“ dramaturgisch in Szene.

Vorgeschmack:

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