Kunstakademie Rundgang 2014: Kunst direkt vom Erzeuger

Vor dem Ansturm: Die Klasse von Tal R im vergangenen Jahr | Foto: Hye-Mi Kim

Die ersten Wochen eines Jahres sind an der Düsseldorfer Kunstakademie stets von Geschäftigkeit geprägt. Als angehender Künstler kennt man sowieso keinen Feierabend und in dieser Phase werden die Arbeitstage beizeiten so lang, dass die Gewerkschaft, so sie davon wüsste, gehörige Bedenken anmelden würde. Grund für den Ausnahmezustand: der Rundgang.

Zu selbigem öffnet die altehrwürdige Lehranstalt am Rande der Düsseldorfer Altstadt alljährlich im Februar ihre Pforten und gewährt der Öffentlichkeit einen Einblick in das, was das Jahr über auf diversen Etagen und in unzähligen Klassenräumen entstanden ist. Gemälde gibt es da ebenso zu bewundern (oder eben auch nicht!) wie Videos, Fotos, Bildhauerei, Installationen und vieles mehr. Verspieltes steht neben politisch Motiviertem, Monochromes neben Kunterbuntem. Und auch die Künstler selber sind immer einen Blick wert, wie sie auf Sperrmüll-Mobiliar hocken, in der Hand wahlweise ein Kaffee oder ein Bier, neben sich, im Waschbecken, die Blumen von Freunden und Familie. Im Gegensatz zum Museum, wo die Kunst vom Künstler separiert gezeigt wird, gibt es hier die Möglichkeit, sofort vor Ort Fragen oder Anmerkungen zu den gezeigten Werken loszuwerden. Das nutzen viele. Das Interesse der Öffentlichkeit – sei sie nun Fachpublikum, Schulklasse oder 08/15-Kunstfreund – ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Bis zu 40 000 Besucher knubbelten sich in der Vergangenheit auf den Fluren und in den Klassenräumen.

Ähnliche Zahlen sind auch für 2014 zu erwarten, wenn es zwischen dem 12. und 16.2. rund geht. Wer bei dem überbordenden Angebot die Perlenfischerei nicht allein betreiben möchte, kann sich einer von insgesamt sechs geplanten Führungen anschließen, bei denen Studenten die Besucher sachkundig durch den Kunst-Overkill leiten. coolibri war im vergangenen Jahr bei einer solchen Führung dabei und kann das Angebot nur wärmstens empfehlen. Auch weil man mit dem Hinweis „nehme an einer Führung teil!“ an der Warteschlage vorbeiziehen kann.

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