Ungeschminkter Einkaufswahnsinn

Mann im Sonderangebot

Ein plärrendes Kind im Einkaufswagen, ein streitendes Paar an der Käsetheke, ein telefonierender Jugendlicher bei den Tiefkühlpizzas. Sind die Konsumtempel gar die letzten Orte, an denen sich Menschen unverstellt begegnen? Autorin Ingrid Lausund hat aus dem täglichen Einkaufswahn die bissige Farce „Hysterikon“ gebastelt mit Lebensweisheiten wie „Was die Dinge kosten, weiß man. Was sie wert sind, weiß man oft erst, wenn sie nicht mehr da sind“. Da ist von geheimen Konten die Rede, auf denen alle verpassten Gelegenheiten summiert sind. Hysteriker kommen zu Wort, aber auch ein allwissender Kassierer: „Die Erbsen hier sind echt. Die Leute hier sind nicht echt. Das sind Imitate, ausgedacht, erfunden.“

An der Erfindung der Figuren hat Regisseurin Sandra Anklam maßgeblich mitgewirkt. Durch ihre Theaterarbeiten am Bochumer Schauspielhaus, aber auch in der JVA oder an der LWL-Klinik Bochum (mit dem Anti-Stigma-Preis 2012 honoriert) ist sie Spezialistin für Inszenierungen an ungewöhnlichen Orten. Eine amüsante Stunde Konsumkritik am Originalschauplatz.

 

Karten: hysterikon@gmx.de