Tentative Assembly: Gesellschaft als Knoten

| Foto: Stanislav Dobak

Erinnert sich noch jemand an das Hexenspiel, wo man mit einem Faden allein oder zu zweit zwischen den Fingern verschiedene Figuren bildet? Dieses Spiel auf Raumgröße gesteigert ist das Bühnenbild von „Tentative Assembly (the tent piece)“.

Wie schafft man einen Raum für Gemeinschaft? Welchen Einfluss hat die Gemeinschaft auf den Einzelnen und umgekehrt? Das sind die zentralen Frage des neuen Stückes, das die amerikanische Choreographin Eleanor Bauer mit dem belgischen Ensemble Goodmove als Deutschlandpremiere auf PACT Zollverein zeigt. Damit geht sie an die Wurzeln des Tanzes, der sich im Kern immer mit der Konstruktion von Raum und Gemeinschaft beschäftigt. Doch Bauer will einen Schritt weiter und bezieht das Publikum in diesen Gemeinschaftsraum mit ein, indem sie die Theateraufführung als Ort der gemeinsamen Reflexion versteht. Dazu benutzt sie in ihrem neuen Stück auch Sprache, weil – wie sie sagt – der Mensch zu allererst ein sprechendes Wesen sei. „Tentative Assembly“ ist das zweite Stück einer Trilogie, die Bauer mit dem belgischen Tanzensemble in Brüssel, wo sie mittlerweile lebt, erarbeitet

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