Post-Christmas: Afrikaner retten in Krefeld

Regisseurin von „Benefiz“: Christine Hofer

Hilfe!

Während den einen oder anderen hierzulande noch das zu Weihnachten bescherte Hüftgold piesakt, wird es allerhöchste Zeit für gute Taten. Gedenken wir allen, denen es weitaus schlechter geht. Mit Ingrid Lausunds amüsantem Stück „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“ inszeniert Regisseurin Christine Hofer eine augenzwinkernde Analyse durchaus gut gemeinter Hilfsbereitschaft. Die Premiere wird am 9.2. gefeiert.

Das Setting liefert eine Steilvorlage. Seit Wochen bereiten fünf sozial engagierte Menschen (Darsteller: Marianne Kittel, Paula Emmrich, Cornelius Gebert, Adrian Linke und Ronny Tomiska) einen Wohltätigkeitsabend vor. Gesammelt werden sollen Spendengelder für eine Schule in Guinea-Bissau. Um garantiert das Maximum für das Projekt herauszuholen, wollen sämtliche Register des Marketings gezogen werden. Doch beim hoch motivierten Quintett wachsen die Entscheidungsnöte in Sachen „Feintuning der Programmgestaltung“ noch einmal meterhoch bei dieser allerletzten Probe vor dem großen Tag. Was hilft, und was ist dabei politisch absolut korrekt? Könnte eine animierte Dia-Projektion helfen, die hoffentlich vorhandene Spendenbereitschaft zu steigern, und wenn ja, welche Motive zeigen die Not am besten? Wäre eine nicht ganz gelungene, aber immerhin selbstgebastelte Palme wirklich das richtige Accessoire? Liefert afrikanische Musik den optimalen Soundtrack beim Auftritt der Veranstaltungsmacher? Sollte vielleicht sogar ein „echter“ Afrikaner dabei sein, um Authentizität zu signalisieren?
Bei derartigen Debatten um das richtige und möglichst professionelle Benefiz-Szenario treten immer wieder persönliche Belange und Eitelkeiten der Organisatoren in den Vordergrund, und auch das Verheddern in der Vermeidung von Vorurteilen ist vorprogrammiert. Humorvoll kämpfen die Darsteller mit den aufkommenden Schikanen ihres Gutseinwollens und der Political Correctness, ohne dem allseits gängigen Spott über diese Spezies der „Gutmenschen“ ausgeliefert zu werden. Am Ende zählt allein die gute Tat.

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