Patrick Salmen und die Teewurststulle

Erzählte Euphorie | Foto: Fabian Stürtz

„Wohin nur mit all diesen kreativen Menschen?“ Diese Frage drängt sich Patrick Salmen unweigerlich auf, wenn seine Freunde ihre Urlaubsbilder mal wieder als Slideshow-Performance samt musikalischer Untermalung und einem Vortrag über Perspektive und Tiefenschärfe inszenieren. Und statt ein „perfektes Dinner“ zu servieren, hätte es diesmal doch auch die gute alte Teewurst-Stulle getan.

Nicht, dass Kreativität grundsätzlich verkehrt wäre. Besonders, wenn man die eigenen Eltern beim Scrabble mit gewieften Wortfindungen in ihre intellektuellen Schranken weist. Aber die beruhigende Wirkung, die der in Wisch-Technik auf die Tapete aufgetragene Ocker-Ton der Wohnung gibt, will sich beim Slam-Poeten partout nicht einstellen.

Nun gut, Patrick Salmen bleibt allem Ringen nach Bodenständigkeit zum Trotz zunächst einmal Lyriker und dabei selbst ein Schöngeist. Aber statt Oden an den Duft von Sommerregen schreibt er über Senseo-Kaffeemaschinen, Bärte und Ben Affleck, ohne dabei profan zu werden. Seine Herkunft als Schriftsteller verleugnet der deutsche Poetry-Slam-Meister von 2010 bei seinem Solo-Programm „Euphorie, Euphorie“ zu keiner Zeit. Denn er ist nicht nur Entertainer, sondern erzählt auch tolle Geschichten.

patricksalmen.de.