Erwin Pelzig: Glatteis fürs Halbwissen

Ja, es muss Spaß machen, Frank-Markus Barwasser zu sein. Sich alle paar Wochen eine Cordmütze aufzusetzen, das Herrentäschchen ums Handgelenk zu schnüren und mit grandios gespieltem volkstümlichem Schlaubergertum einen hauptberuflichen Schwall-Dödel nach dem anderen öffentlich vorzuführen. Erst bot der Bayerische Rundfunk Barwassers Kunstfigur Erwin Pelzig eine Heimat, später wechselte der hellwache Franke zum ZDF, um die Dialekt-Quote bei „Neues aus der Anstalt“ auf fast hundert Prozent zu hieven. Seine Monologe: Zeugnisse von Gift und Galle, sein Erregungspotenzial: hoch, seine Abgebrühtheit: beispiellos im deutschen Kabarettbetrieb. „Pelzig hält sich“, diese Show, in die sich seltsamerweise immer noch jeder traut, egal wie luftblasenbewehrt er ist, ist ein Glücksfall fürs deutsche Fernsehen. Denn nur an wenigen anderen Orten wird so fundiert das Halbwissen aufs Glatteis geführt wie hier. Doch all das Geplaudere macht müde. Pelzig braucht ein bisschen Abwechslung – und besinnt sich auf seine Anfänge auf der Bühne. Mit seinen guten Freunden Dr. Göbel und Hartmut. Die holt Barwasser für sein Brettl-Comeback zurück aus dem Schrank für abgelegte Alter Egos. Prost!