5 tolle Tage nach Karneval

Ausruhen von der Kunst: Rundgang 2013 | Foto: Hye-Mi Kim

Vom Aschermittwoch heißt es ja gemeinhin, an ihm sei alles vorbei. Das stimmt auch im Jahr 2013 nicht ganz. Richtig ist: Jene, die an den tollen Tagen mit Schmackes, wie man im Rheinland sagt, gefeiert haben, machen vermutlich nach dem 13. Februar erst mal eine Saft-Kur. Versuchen, ihre Mägen zu beruhigen. Und den Kopf wieder klar und katerfrei zu bekommen.

Eine Woche sollte dafür reichen. Am 20.2. beginnt nämlich der Rundgang an der Düsseldorfer Kunstakademie, fünf tolle Tage, an denen die Türen der renommierten Lehranstalt sperrangelweit offen stehen und die Studenten zeigen, was sie das Jahr über gewerkelt, gemalt, gefilmt, fotografiert und ausgebrütet haben. Wer in der Vergangenheit dabei war, weiß: Beim Rundgang sollten auch die Besucher in Top-Form sein. Drei Etagen. Endlos lange Flure. Unzählige Klassenräume, in denen – unglaublich! – noch der Nikotin-Sucht gefrönt wird. Wer hier seine ganz persönlichen Perlen ausmachen möchte, braucht Stehvermögen und einen langen Atem. Manchmal schon, bevor es überhaupt richtig los geht.

Im vergangenen Jahr bildeten sich vor der Tür des wuchtigen Baus am Rande der Düsseldorfer Altstadt phasenweise lange Schlangen aus Mensch. Gut beraten ist da, wer das Wochenende meidet und sein Rundgehen schon an einem der drei Werktage absolviert. Dann hat man eventuell noch die Chance, zwischen den vielen Besuchern, die gespannt herumwieseln und -wuseln, einen Blick auf die Werke erhaschen zu können. Obwohl die Menschen an sich, vor allem die Künstler, natürlich unverzichtbarer Teil des Spektakels sind. Wann sonst kann man einen Kreativen direkt nach seiner Intention, seiner Idee, seiner Aussage befragen? Wann sonst gibt es im modisch eher klassisch-konservativen Düsseldorf die Möglichkeit, so viele unkonventionell gekleidete Menschen auf einem Haufen zu erleben? Genau, nie. Und wer weniger Lust auf Kunst-Konsum, aber dafür mehr Lust auf Feiern hat, dem sei dies gesagt: Legendär ist nicht zuletzt die rundgangeigene Party. Die musste in der Vergangenheit schon mal von der Polizei aufgelöst werden, so hoch ging es her. Ein Versprechen? Ein Versprechen.

 

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