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Andreas Gursky hat es auf den Punkt gebracht. „Die Zukunft liegt nicht in der reinen Fotografie, sondern in der freien Kunst“, erklärte er. Folgerichtig ist die Klasse, die der gebürtige Leipziger seit 2010 an der Düsseldorfer Kunstakademie betreut, auch keine reine Fotografie-Klasse. Vielmehr sind auch andere Arbeitsweisen erlaubt.
Was sein eigenes Werk betrifft, so fand Gursky bereits in den frühen 1990er Jahren zum Digitalen. 1999 stahl er auf seinem Foto „Rhein II“ dem großen Strom kurzerhand die Mäander, begradigte ihn am Computer. Die neue Fluss-Optik scheint auf Gegenliebe zu stoßen. Ende November brachte das Werk bei einer Auktion 4,3 Millionen Dollar ein und gilt damit als das teuerste Foto der Welt.
An den Punkt müssen die 41 Künstler, die ab 4. Februar in der Ausstellung „State of the Art Photography“ im Düsseldorfer NRW-Forum gezeigt werden, erst noch kommen. Fest steht: Sie sind auf einem guten Weg.
Das bescheinigen nicht zuletzt jene, die sie ausgewählt haben, darunter neben Andreas Gursky Kenner wie F. C. Gundlach, Andréa Holzherr und NRW-Forum-Hausherr Werner Lippert. Dabei ist es keinesfalls ausschließlich die digitale Revolution, die die Fotografie verändert. Auch der globale Datenraum wird mittlerweile von Fotografen gerne eingesetzt, manch einer packt die Kamera gar nicht mehr aus, sondern arbeitet ausschließlich mit Fremdmaterial aus dem weltweiten Netz. Wie Alex Grein. Ihre Landschaftsbilder gemahnen auf den ersten Blick an Caspar David Friedrich, sind aber allesamt aus Bildfragmenten aus dem Internet zusammengesetzt, u. a. schöpft die Künstlerin aus Satellitenaufnahmen von Google Earth. Die Arbeiten der Finnin Sanna Kannisto sind derweil biologischen Untersuchungen geschuldet. Mikhael Subotzky und Patrick Waterhouse erforschen den Wohnturm „Ponte City“ in Johannesburg, während Andreas Mühe wundervolle Aufnahmen vom Obersalzberg beisteuert und Olaf Otto Becker sich mit den Spuren, die die stetig wachsende Bevölkerung in der Landschaft hinterlässt, beschäftigt. Scheint also, als wäre momentan alles möglich in der Fotografie. Selbst die Rückkehr zum Analogen schließt manch einer für sich nicht mehr aus. Der Bildband „State of the Art Photography“ ist im Feymedia Verlag Düsseldorf erschienen. Er kostet 35 Euro.
Alexandra Wehrmann
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