Einzig-ARTIC

| Das Cover der ARTIC #14

Ein aufwändig gestalteter Umschlag aus außergewöhnlichen Materialien, gefertigt in vielen Nachtschichten Handarbeit und zu jeder Ausgabe ein Oberthema, das gleichermaßen erquickt wie zu weintrunkenen Diskussionen anregt: Das ist die Zeitschrift für Kunst, Literatur und Philosophie ARTIC aus Dortmund. 1 000 Stück gibt es von jeder Ausgabe, jedes ein nummeriertes Unikat, das die Zeitschrift selbst zum kleinen Kunstwerk macht. Die 14. Ausgabe ist dem Stichwort „Netz“ gewidmet und wie immer schlägt sich das in der Gestaltung des Heftes nieder, erklärt Redakteurin und Mitherausgeberin Renate Gaßmann.

„Unser aktueller Grafiker Jens Mennicke aus Köln hat ein sehr klares Layout gewählt und spielt bei den Texten alternierend mit den Schriften Arial und Times. Die Textbeiträge sind abwechselnd im Hoch- bzw. Querformat gesetzt, so dass sich, da sie auf Dünndruck gedruckt werden, eine optische Vernetzung ergibt. ARTIC hat übrigens keine Seitenzahlen, sondern Seitenzeichen – Icons oder ähnliches. Bei der aktuellen Ausgabe hat Jens aber darauf verzichtet: Die Beiträge sind schlicht durchnummeriert.“

Netz mit doppeltem Boden

Diese beleuchten das Heftthema aus unterschiedlichen Perspektiven, von denen zum Beispiel bei „Netz“ das Internet nur eine unter vielen ist. So wird eine Ausgabe zur „Recherche“ an einem Stichwort. Nicht zuletzt dadurch ist ARTIC zu dem charmanten Slogan „Texte aus der fröhlichen Wissenschaft“ gekommen. Die Rechercheergebnisse sollen außerdem möglichst vielfältig sein. Neben Essays, Lyrik und Prosa nähern sich auch Zeichnungen, Grafiken und die berühmte „gestaltete Seite“ dem Thema. Gaßmann: „Entscheidend ist der überzeugende Bezug zum Thema. Für die Gesamtkomposition ist eine gute Mischung aus Bild und Text wichtig, die so unbekümmerte wie unkonventionelle Verknüpfung unterschiedlichster Disziplinen und Herangehensweisen.“

Ausstellung in Dortmund

Getreu dieser Herangehensweise wirft ARTIC auf einer Werkschau im Künstlerhaus in Dortmund erstmals die Netze in die dritte Dimension aus. Im ersten Teil der Ausstellung werden künstlerische Beiträge der aktuellen Ausgabe ausgestellt. Während die visuellen Beiträge wie gewohnt hängen, können ausgewählte Textausschnitte über Telefone angehört werden. Außerdem gibt’s ein Video zu sehen, das trotz mehrfacher Versuche nicht auf Papier umsetzbar war. Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich ARTIC selbst: In der Werkstatt legen die Besucher selbst Hand an die Produktion eines Heftes an. Die bisherigen ARTIC-Ausgaben können in Objektkästen bewundert werden. Fast schon wieder netz-artig (sic!) ist die Einbindung der Besucher in die Frage, welcher Begriff in ARTIC 15 recherchiert werden soll.

Philip Stratmann

ARTIC-Magazin: bestellbar für 15 Euro in Buchhandlungen über die ISSN 0945-9863 oder online über artic-magazin.de

ARTIC-Ausstellung: 17.2.–1.4. Künstlerhaus, Dortmund; kh-do.de

Fotografien von Sebastian Mölleken

Sebastian Mölleken hat sich in ARTIC 14 dem Thema „Netz“ mit einer Fotoserie genähert, die coolibri mit freundlicher Genehmigung von Fotograf und Magazin an dieser Stelle als Vorabdruck zeigt.

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