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Sie hätte es auch einfacher haben können, die gute Barbara Ruscher. Examinierte Pädagogin ist die 42-Jährige eigentlich, auch das Referendariat hat sie durchgezogen. Sie könnte heute also als Lehrerin einer finanziell abgesicherten Zukunft entgegenblicken.
Ruscher war es allerdings zu wenig, tagtäglich 30 Zuhörer durch Dauermonolog davon abzuhalten, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen. 300 sollten es dann schon mindestens sein. Und nicht nur Schüler. Von ihrem Vortragstalent sollten alle profitieren dürfen. Also tat Barbara Ruscher das, was in den 1990ern viele taten, denen ihr Job zu langweilig und ihr komisches Potenzial zu verschenkt erschienen: Sie wurde Stand-up-Comedian. Und die Entscheidung war goldrichtig.
Ruschers natürliche Art und ihr geerdeter Witz kommen an, in sämtlichen gängigen Comedy- und Kabarettprogrammen im deutschen Fernsehen ist sie Dauergast. Ihr Thema: das moderne Leben und seine Tücken. Dabei belässt sie es aber schon lang nicht mehr bei der bloßen Benennung alltäglicher Phänomene, garniert mit einem knackigen One-Liner. Bei ihr werden aus erotischen Duschvorhängen durchgeknallte Popsongs und aus den ersten Tagen eines Säuglings auf diesem Planeten ein skurriles Tagebuch, das die Gedankenwelt des Neuankömmlings protokolliert. Aber was soll man auch von einer Frau erwarten, die in wichtigen Dingen ihr Fischstäbchen Günther zu Rate zieht? Richtig: gepflegten Irrsinn. Wohl bekomm’s!
SG
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