Torsten Sträter: Unaufgeregt komisch

| Foto: Guido Schröder

Ganz beständig hat sich Torsten Sträter in den vergangenen Jahren nach vorne gespielt. 2013 hatte er wirklich einen Lauf. TV-Auftritte in allen Genre-wichtigen Formaten, Buch- und CD-Veröffentlichungen, Preisverleihungen von Tuttlingen über Bonn bis Moers. Und der Terminkalender für 2014 ist schon gut gefüllt

Sträters Wurzeln liegen im Poetry Slam, und – TV, CDs und Bücher hin oder her – auf der Bühne ist er am besten aufgehoben. „Fernsehen macht ziemlich viel Spaß, wenn man sich an den Aufwand gewöhnt hat“, sagt er und ergänzt: „25 000 Leute live sind ein Extrem. Muss man mal gemacht haben, weil es Blockaden abbaut.“ Gemeint ist sein Auftritt im Vorprogramm des Open-Airs von Fury In The Slaughterhouse in Hannover. „So oder so – ich darf auftreten. Da kommen Menschen. Ich würde jetzt echt gern was Abgeklärtes zum Thema Publikum sagen, aber jeder Zuschauer ist ein Geschenk. Ich würde jeden im Publikum umarmen; komischerweise wird das gar nicht so gern gesehen.“

Einer dieser kleinen komischen Nachsätze, von denen Sträters Geschichten leben. Egal welches Thema: Vordergründig oft banal, finden seine Storys ganz einzigartige Wendungen, die sie meist in wunderbare Absurdität driften lassen. Der 1966 geborene Dortmunder bedient sich da an Aufhängern quer durch die letzten drei Jahrzehnte. „Anekdoten, Hinführen, Publikumsinteraktion, Tagesaktuelles: Ich erzähle gern frei und ohne Skript. Geschichten werden gelesen. Demonstrativ. Ihrer Struktur wegen“, umschreibt er seine Bühnenauftritte. „Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben“ heißt sein Soloprogramm, wobei man sich nur schwer vorstellen kann, dass der Mützenträger die Selbstbeherrschung verliert. Er hat eine fürs Comedy-Genre unvergleichliche Gemütsruhe, erzählt nüchtern, ja staubtrocken seine Geschichten, die beim Zuhörer Bilder entstehen lassen, die Nichtlachen quasi unmöglich machen.

Auf die Frage, ob man ihn auf der Bühne mit Tisch, Mikro und Wasserglas vorfindet, tönt es ganz Sträter-mäßig: „Ich lege Wert auf Mikro und Wasser. Und ist kein Mikro da, steigt der Wasserbedarf sprunghaft. Es gibt auch meistens einen Stehtisch, den aber auch eher fürs Wasser. Im Live-Programm geht’s sehr dynamisch zu. Lese-Elemente: Jau. Reine Lesung: Nö. Da ist ganz viel frei erzähltes Zeug dabei. Und: Über das Meiste habe ich vorher nachgedacht. An ein, zwei Stellen im Programm ergibt es sogar einen Sinn.“

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