Mia Pittroff: Ladykracher

Schlagbohrerin

Frauenkabarett ist Kabarett von Frauen, die sich darüber lustig machen, wie dusselig doch die Männer sind. Zu rund 90 Prozent trifft das wohl zu. Gut, wenn es Vertreterinnen gibt, die das Genre mit dem Schlagbohrer aufbrechen. Die im oberfränkischen Bayreuth („an einer Autobahnausfahrt“) geborene Mia Pittroff kommt gänzlich ohne Männerwitzquote aus und widmet sich stattdessen den wirklich lustigen Themen: Buddhismus-Wochenende auf einer ungeheizten Burg, Pakete, deren Standort man per Handy verfolgt, und selbst zum Thema Parkplatzsuche hat die Fränkin mit dem rollenden „r“ noch ein musikalisches Schmankerl in petto. Auch die Modekrankheit „Vilzudun“ oder die unsäglichen „Pinkelbillets“ von Sanifair weiß die studierte Germanistin amüsant in ihren Thementeppich einzuweben. Die Ex-Poetry-Slammerin kommt in ihrem Programm „Mein Laminat, die Sabine und ich“ so trocken und unerschrocken rüber, dass Gerburg Jahnke zu Recht über sie sagte: „Mia Pittroff ist so wie der frühe Gerhard Polt, sie sieht nur besser aus.“