Grenzüberschreitend: Temps d’Images

Viel Schatten, wenig Licht: „Absolute Helligkeit“ | Foto: Henryk Weiffenbach

Mit den Grenzen zwischen den unterschiedlichen Kunstsparten verhält es sich ähnlich wie mit Ländergrenzen in Europa: Sie verschwimmen. Man wächst zusammen. Statt klein-klein gibt es ein großes Ganzes. An dieser Stelle setzt das Festival Temps d’Images (Zeit der Bilder) an. Initiiert vom Fernsehsender arte präsentiert es seit 2002 regelmäßig Projekte an der Schnittstelle von Tanz, Performance, Film- und Medienkunst. So auch zwischen dem 9. und 18. Januar im Düsseldorfer tanzhaus nrw.

„Absolute Helligkeit“ heißt die Installationsperformance der Japanerin Naoko Tanaka, die am 10. und 11. Januar zur Aufführung kommt. Darin herrscht völlige Dunkelheit – bis auf einen Lichtstab. Letzterer wird von der Performerin mit ruhigen, fast rituell anmutenden Bewegungen getragen. So entstehen surreale Bilderwelten, ein aus den Fugen geratenes Arbeitszimmer wird als Schattenriss zum Tanzen gebracht.

Noch im Entstehen ist hingegen die Produktion „Shiver“ der Schweizer Compagnie Nicole Seiler, die am 15.1. als Vorpremiere im tanzhaus zu sehen ist. Inspiriert von Detektivgeschichten, Polizeifilmen und Horrorbildern schafft Seiler mit ihren vier Akteuren eine Art Tanz-Thriller, der das Publikum schaudern lässt. Mittels Infrarotkamera, Videoprojektionen und choreografischen Sequenzen treffen Reales und Virtuelles aufeinander, beeinflussen und verschränken sich.

Um den schmalen Grat zwischen gesellschaftlichen Regeln und persönlichen Wünschen geht es in der Bühnenarbeit „For pleasure“ der Performing Group, zu erleben am 17. und 18.1. Choreograf Leandro Kees, zuletzt für sein Jugendstück „TRASHedy“ gefeiert, schafft darin eine harmonische Melange aus Tanz, Theater, Musik und neuen Medien. Und damit ist das Programm von „Temps d’Images“ noch lange nicht erschöpft. Filmprogramme, zwei Ausstellungen und ein Diskursbüro flankieren das, was auf den Bühnen passiert.