Geierabend: Dämlich sind die Armen

Geierabend-Regisseur Günter Rückert | Foto: StandOut

Zum Jahresbeginn sollten sich einige Leute ganz warm anziehen. Das Dortmunder Geierabend-Ensemble hat monatelang sein Humor-Arsenal bestückt, und ab dem 9. Januar bekommen NSA, Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst sowie einige weitere Knallchargen des Jahres ihr Fett weg. Neues Motto: „Späßchen in der Grube“. Tim Müßle sprach mit Regisseur Günter Rückert über das Geheimrezept der erfolgreichen Show. 

In den beiden Karnevals-Hochburgen Köln und Düsseldorf gibt es Kölsch und Alt, in Dortmund bekommt man richtiges Bier. Was hat der Geierabend sonst noch, was andere nicht haben?

Wir haben ja keinen wirklichen Karneval im Ruhrgebiet, und der Geierabend ist eine Kabarett-Satire-Show. Das ist unsere Art, mit dem Thema umzugehen. Es ist ein Paralleluniversum neben dem Karneval. Eine Alternative, das ist uns ganz wichtig. 13 Leute spielen auf der Bühne, inklusive der fünfköpfigen Band.

Können Sie einen Vorgucker geben? Das Jahr 2013 hatte ja einige humoristische Steilvorlagen produziert.

Ja, wir haben zum Beispiel eine große Nummer im Programm mit dem Bischof von Limburg, Franz-Peter Tebartz-van Elst, im Mittelpunkt. Der erzählt die Jesus-Geschichte, aber Jesus hat natürlich alles falsch gemacht. Statt „Selig sind die Armen“ heißt es dann „Dämlich sind die Armen“. Außerdem vergreift sich die NSA an einem Kölner Karnevalisten, der abgehört wurde. Die NSA hat aber nur die Hälfte verstanden, nämlich „Kölle Allah“ – und foltert den Kölner per Altbier-Waterboarding.

Seit 1992 gibt es den Geierabend in Dortmund, und es kommen jährlich mehr Zuschauer. Wie schaffen Sie es, den Fallen der Routine zu entkommen?

Das Ensemble fährt meist jährlich so Ende August für eine Woche ins Münsterland, in die Knüste. In der lockeren Atmosphäre fällt es leichter, Ideen und Konzepte zu entwickeln, Themen zu überlegen. Im November starten dann die Proben.

Kritiker hatten nach der vergangenen Geierabend-Show mehr politischen Biss eingefordert. Zurecht?

Das hat im Ensemble eine Diskussion angestoßen. Wir sind uns daraufhin einig geworden, eine klarere Kante zu zeigen. Wir verstehen uns nämlich durchaus als politisches Sprachrohr, natürlich mit Ruhrpott-Humor: Trocken, gerade, direkt.

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