Bis in die Puppen: 3. FigurenTheaterWoche Gelsenkirchen

Figurfreundlich: Mathilde | Foto: Alexander Kiss

Michel aus Lönneberga und ein wunderbarer Massenselbstmord – und das in einer Festivalreihe: Bei der 3. FigurenTheaterWoche in Gelsenkirchen ist alles möglich. 15 Inszenierungen von 12 Bühnen zeigen die ganze Bandbreite des modernen Puppenspiels von Marionetten, Stab- und Handpuppen bis zu offen und versteckt geführten Stockfiguren. Seit 1976 gibt es die Reihe, seit 2010 tanzen die Puppen nur alle zwei Jahre – ein Grund mehr, die durchweg sehenswerten Produktionen zu erleben. So manche Klassiker-Inszenierung, etwa das Rotkäppchen des Berliner Theaters Zitadelle, überzeugt durch einen zeitgemäßen Twist. Doch können im Zeitalter von spektakulär animierten 3D-Filmen Puppen, in denen ganz offensichtlich eine Menschenhand steckt, überhaupt noch mithalten? „Gerade in unserer Zeit, in der viele vom Computer zugedröhnt werden, ist das direkte Erleben einer Geschichte im kleinen, intimen Rahmen sehr wichtig“, betont Organisator Hans Joachim-Siebel und erzählt von staunenden Kindern, die so etwas hier offenbar zum ersten Mal erfahren durften. Auch die Stücke für Erwachsene kommen mit viel Ideenreichtum daher. Besonders freut sich Siebel über den Australier Neville Tranter, der mit seinem englischsprachigen Tragikomödie „Mathilde“ ins Consol Theater kommt: „Er ist sehr experimentell und innovativ – ein Großmeister seines Fachs!“

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