Weiberkram: Trödeltante mit Mission

Auf der Pirsch: Weiber beim weiberkram

„Ich war schon immer eine Trödeltante“, erzählt Melanie Schmitz, Gründerin des weiberkram Mädelsflohmarkts. Ein paar Defizite im gemeinen Flohmarkt-Betrieb fielen der Wahl-Düsseldorferin aber schon früh ins Auge: Meist begann der Aufbau zu nachtschlafender Zeit, die Standnachbarn verkauften Duschgel oder Zahnpasta: „Manche Flohmärkte waren gar keine Flohmärkte mehr, sondern richtige Ramschmärkte“, so die 32-Jährige. Das sollte sich ändern.

Vor vier Jahren startete die Organisatorin in Wuppertal auf 150 qm mit dem weiberkram Mädelsflohmarkt. Mit Erfolg: Schmitz wurde förmlich „überrannt“. Beim besonderen Trödelmarkt war und ist schließlich allerlei zu finden: Selbstgemachte Strickware, Dekostücke sowie echter Trödel.

Besonders gestaltet sich aber nicht nur die Ware, sondern auch deren Präsentation. Statt Pappkartonschildern zieren dekorative Tischdecken, Wäscheleinen oder ganze Schrankwände die Stände. Der liebevolle zwei- bis dreistündige Aufbau lohnt. Inzwischen kommen circa 2 500 Besucher monatlich ins Gare du Neuss, die regelmäßige Herberge des Events.

Am 15. September findet jetzt der bislang größte Mädelsflohmarkt auf der Neusser Rennbahn statt: Auf 17 Hektar Fläche haben bis zu 800 Stände Platz. Melanie Schmitz achtet bei den Ausstellern übrigens immer auf Abwechslung: „Auch wenn sich schon Leute unter dem Namen einer Freundin angemeldet haben, um wieder dabei zu sein.“ Die große Nachfrage erklärt sich die Organisatorin einerseits mit der breit gefächerten Vintage-Mode, die Mädels von zehn bis siebzig in die Hallen lockt, andererseits auch mit der Besonderheit der Stücke. Günstig sind sie ebenfalls. Im Rahmen von einem bis 80 Euro kann so allerlei erstanden werden.

Männer haben beim Mädelsflohmarkt übrigens nicht nur die Taschenhalter-Funktion inne – mit dem Slogan „klamotten mukke kunst & bier“ sind sie explizit angesprochen. Und siehe da: Manche Herren kommen sogar allein. Für Melanie Schmitz eine klare Sache: „Wo viele Frauen sind, da tummeln sich auch die Männer.“

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