„Totenköpfe aus Strass sind schrecklich“

Kennengelernt haben sie sich auf der Modemesse „Bread & Butter“ in Berlin. Seitdem arbeiten die Düsseldorferin Alina Knips (26) und der Niederländer Mike Kluin (32) zusammen. Beide haben das Geschäft Mode von der Pike auf gelernt. Mike arbeitete u. a. drei Jahre lang für Peek & Cloppenburg, später gründete er eine Modeagentur und betreibt derzeit zusammen mit einem Partner den Fashion Store Admi Mode in Eindhoven. Alina war nach dem Studium zwei Jahre für Abercrombie & Fitch bzw. Hollister im Storemanagement tätig. Anfang des Jahres hatten Knips und Kluin die Idee zu „K Vintage Clothing“. Zwischen dem 21. und 25. August bieten sie ausgewählte Vintage-Teile aus ganz Europa im Düsseldorfer Cube an. Alexandra Wehrmann sprach mit Alina Knips.

Seit wann gibt es „K Vintage Clothing“?

K Vintage Clothing ist noch ein ganz frisches Unternehmen. Erst Mitte Juni hatten wir unseren ersten Pop-up Store, in Düsseldorf-Unterbilk. Die Idee zu K Vintage in Deutschland ist allerdings schon im Februar entstanden. Von März an haben wir dann alles geplant und vorbereitet.

Warum habt ihr euch gegen ein festes Ladenlokal und für das Prinzip Pop-up Store entschieden?

Wir lieben die Idee des Pop-up Stores! Sich immer wieder in unterschiedlichen Locations neu zu erfinden und kreativ zu arbeiten ist unsere absolute Leidenschaft.

Wir haben uns auch für das Prinzip des Pop-up Stores entschieden, da es nicht viele in Düsseldorf und Umgebung gibt. Für die Kunden ist es spannend, immer wieder neue Kollektionen an unterschiedlichen Orten zu sehen. Interessant ist ebenfalls, dass die Ware nur eine Zeit lang angeboten wird. Dann verschwindet sie wieder, um an anderer Stelle erneut aufzupoppen. Auf Dauer könnten wir uns allerdings auch vorstellen, einen festen Store in Düsseldorf zu eröffnen. Aber das steht im Moment noch in den Sternen.

Öffentlich seid ihr bisher zwei Mal in Erscheinung getreten. Beim diesjährigen „Open Source Festival“ und mit einem Pop-up Store im Unterbilker Herr Nilsson. Wie war die Resonanz?

Es war ja eine relativ neue Sache, die wir mit Pop-up und vor allem Vintage hier in Düsseldorf gestartet hatten. Wir wussten also nicht, wie die Resonanz der Kunden oder auch die der Presse ausfallen würde. Sehr spannend war das.

Wir waren positiv überrascht, dass wir so viel gutes Feedback zu dieser Idee bekommen haben. Sowohl von Freunden als auch von Kunden und der Öffentlichkeit. Düsseldorf ist eine weltoffene Modestadt und das macht sich bemerkbar.

Der Begriff ist ja nun schon einige Male gefallen. Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen „Second Hand“ und „Vintage“?

Es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen Vintage und Second Hand.

Vintage-Kleidung, Möbel, Musikinstrumente oder auch Brillen stammen im Gegensatz zu Second Hand-Teilen aus einer früheren Zeit, den 30er bis 70er Jahren. Second Hand hingegen, wie der Name schon sagt, ist zweite-Hand-Ware. Also zum Beispiel ein T-Shirt von H&M, das bereits einer anderen Person gehörte.

Für welche Art von Kleidung steht „K Vintage Clothing“?

Stylische, ausgefallene Vintage-Teile, die nur selten zu finden sind, kombiniert mit Basics, wie zum Beispiel Levi’s Hot Pants aus den 80ern. Neuerdings verkaufen wir aber auch neue Accessoires, die kein Vintage sind, zum Beispiel Neon-Ledertaschen, Tücher oder Schmuck. Der Mix macht’s.

Wo findet ihr eure Teile?

Auf der ganzen Welt. In den Niederlanden, Belgien, England, Frankreich oder Italien. Überall, wohin wir reisen, halten wir auch immer Ausschau nach DEM Vintage-Schätzchen.

Und nach welchen Kriterien sucht ihr sie aus?

Wir sind sehr kritisch bei der Auswahl der Kleidung. Wir möchten, dass unsere Kunden mit einer guten Qualität nach Hause gehen und glücklich sind mit dem, was sie bei uns kaufen. Alles suchen wir selbst aus. Wenn nur einer von uns sich bei einem Teil unsicher ist, kaufen wir es nicht. Des Weiteren achten wir extrem darauf, dass die Kleidungsstücke sehr gut erhalten und besonders sind, keine Löcher oder Flecken haben.

Wie ist die Preisspanne eurer Teile?

Es geht los bei acht Euro und hört auf bei ca. 200 Euro auf. Armbänder liegen bei ca. acht bis zehn Euro, Kleider bei 40 bis 60 Euro und Lederjacken und Taschen kosten zwischen 100 und 200 Euro.

Wie hoch ist der Anteil von Jungs-Teilen in eurem Sortiment?

Zum ersten Pop-up Store hatten wir ein Verhältnis von 50/50.

Ab dem kommenden Pop-up Store im Cube konzentrieren wir uns mehr auf die Mädels und Frauen, haben aber weiterhin Jungs- und Männerteile wie zum Beispiel Shorts, Hüte und Lederjacken im Sortiment.

Wie würdet ihr euren eigenen Modestil beschreiben?

Mikes Modestil ist männlich-rough. Weit ausgeschnittene T-Shirts zu Slim fit-Jeans und Chucks. Gerne trägt er Vintage-Hüte oder Mützen. Im Winter liebt er Beanies.

Meinen Modestil würde ich als einen Mix aus chic, klassisch und experimentell beschreiben. Ich liebe meine pink-blaue Jeans im Batikstyle zu schlichten schwarzen Tops und Chucks. Aber ich liebe auch meinen schwarzen Jumpsuit, der am Rücken aus Spitze ist, zu hohen Schuhen.

Welches ist euer persönliches absolutes Lieblingsteil im Moment?

Eine Vintage-Jacke aus Italien, die wir übrigens im nächsten Pop-up Store im Cube verkaufen werden. Außerdem mag ich meine weißen Vintage-Sneaker von Super Slam mit dickem, durchgehendem Absatz, die ich auf der Modemesse Modefabriek in Amsterdam gekauft habe. Ich kombiniere sie zu Skinny Jeans, kurzem Rock oder auch langen Sommerkleidern. Vielseitig einsetzbar! Mikes absolutes Lieblingsteil sind seine Converse-Schuhe. Eine Special Edition. Jack Purcell. Er liebt auch sein Shirt von Alternative Apparel. Das hat er gleich in mehreren Farben. Die Shirts werden aus recycelten PET-Flaschen hergestellt.

Welchen Modetrend habt ihr in der Vergangenheit standhaft ignoriert?

Schrecklich fanden und finden wir zu viel Strass auf der Rückseite von Militär-Look-Jacken. Vor allem riesige Totenköpfe aus Strass. Des Weiteren würde ich ja sagen, Buffalo-Plateau-Schuhe aus den 90ern, aber die hatte ich zu der Zeit leider selber. Und zwar die Allerschlimmsten: Schwarz mit Kästchen!

In welcher Situation ist euch völlig egal, was ihr anzieht?

Auf der Couch, auf dem Weg zum Bäcker, beim Sport. Wir achten allerdings nie bewusst darauf, was wir morgens anziehen. Wir tragen immer das, auf was wir gerade Lust haben und meistens ist es dann auch noch ganz cool.

Das must have für den kommenden Herbst?

Taschen mit Animal-Print und Latzhosen!

Welche drei Vintage Shops im In- und Ausland könnt ihr wärmstens empfehlen?

„Flower Pearls“ in Rotterdam, „In 4 U Vintage“ in Eindhoven und natürlich Brick Lane in London. Letzteres ist allerdings ein ganzes Vintage-Viertel.

Und wo würdet ihr Fremde in Düsseldorf hinschicken?

Für Vintage-Möbel definitv zu Bukowski Design in Flingern! Schöne neue Teile findet man auch immer wieder bei „Pretty Lush“ in der Altstadt.

K Vintage Clothing Pop-up Store öffnet am 21.08 ab 20 Uhr, an den übrigen Tagen von 11 bis 20 Uhr.

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