Next Level Konferenz: Mal virtuell ein Schwein sein

Die Next Level Konferenz ist dieses mal im NRW-Forum Düsseldorf. | Foto:: B. Babic

Die Next Level Konferenz ist nach Stationen in Köln und am Dortmunder U im Düsseldorfer NRW-Forum angekommen und längst zum vollständigen Festival ausgewachsen. Ein Festival, das sich um alle Aspekte des Gamings dreht – und fragt, wie es auf Kunst, Kultur und Gesellschaft wirkt.

Natürlich wird es im NRW-Forum Spiele-Stationen geben, sogar ein riesiges Spielfeld zwischen digitaler und analoger Realität, das Next Level in Kooperation mit verschiedenen Hochschulen entstehen lässt.Für „Biogames – Spiele mit dem Lebendigen“ haben etwa Studierende der Bauhaus Universität Weimar eine interaktive Begegnung des Publikums mit einem Ameisenstaat inszeniert. Und im Pig Simulator aus derselben Schmiede können Besucher durch eine Virtual-Reality-Brille die Welt durch die Augen eines Schweines sehen. Vom Leben auf dem Bauernhof, über den Schlachthof bis zum Endprodukt. Völlig klar, dass dieser Simulator nicht nur ein Spiel ist, sondern auch eine gesellschaftspolitische Dimension hat.

Die Hochschule Düsseldorf verbindet beim Painball oder Handball virtuelles mit physischem Erleben – bis hin zum realen Schmerz, denn jeder Fehler wird bestraft: ob als Jedi-Ritter, der Blasterschüsse abwehren muss, oder als riesiger Troll auf einem echten Trampolin. „Was es eher nicht gibt, sind die ganz großen, marktgängigen Spiele, für die Besucher von Festivals wie Gamescom stundenlang anstehen“, umreißt Martin Maruschka, Sprecher des NRW Kultursekretariats die Grenzen von Next Level. Trotzdem seien Vertreter großer Player wie Electronic Arts oder Ubisoft vor Ort.

Freitag für Fachbesucher

Dass die Game-Produktion längst in der akademischen Welt angekommen ist, dürfte auch am Veranstaltungs-Freitag klar werden, der für Fachbesucher reserviert ist und Fragen klärt wie: Wie finden Games Einzug in Bildungseinrichtungen? Wie genau wird man Game-Designer und ist es schwieriger, Game-Designerin zu werden? Vortragende beleuchten außerdem, was es bedeutet, dass das Medium Computerspiel vor bald zehn Jahren vom Deutschen Kulturrat offiziell zum Kulturgut erklärt wurde.

Die „normalen“ Besucher (zwischen 1000 und 1500 sollen an drei Tagen kommen) erwartet neben dem Game-Erlebnis auch die interaktive Kunst-Installation „Exploded Views“ des niederländischen Künstlers Marnix de Nijs, der den Betrachter mit in spektakuläre audiovisuelle Landschaften aus Punktwolken, generiert aus Fotos von Social-Media-Plattformen versetzt. Eine spannende Kooperation ist das Festival außerdem mit dem Tanzhaus NRW eingegangen, wo an allen Tagen die multimediale Tanzperformance „How do you fear?“ zu sehen ist. Max Florian Kühlem

Next Level – Festival For Games: 9.-12.11. NRW-Forum, Düsseldorf; next-level.org

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