CANDY&GRACE

Foto: Frank Dursthoff

Gutes Zeitgefühl

Eigentlich sind Taschenuhren ein Relikt aus vergangenen Zeiten, ein bisschen altmodisch und eher in der Generation der Großeltern zu finden. Das Gegenteil beweist die Marke CANDY&GRACE, die drei Düsseldorfer zwischen 23 und 25 Jahren vor rund einem Jahr gegründet haben. Die bunten Taschenuhren sind alles andere als antiquiert und erinnern eher an die Ice Watches. Erste prominente Träger wie Thomas D. gibt es auch schon. Am vergangenen Wochenende baumelte die graue Ausführung beim „Wetten, dass…?“-Auftritt mit den Fantastischen Vier an seinem Hals.

Zu kaufen gibt es die Uhren bisher nur im Online-Shop oder im neuen Pop-Up-Store, der vor einigen Tagen in der Düsseldorfer Altstadt eröffnet hat. Zwischen Clubs und Kneipen in der Mertensgasse stellen die drei Freunde Benedict Liedtke, Daniel Rausch und Felix Buch auf rund 25 qm ihre neonfarbenen Taschenuhren aus. Decken, Wände und Böden des Ladenlokals sind schwarz und düster, doch dafür sind Deko, Uhren und Fotos des Image-Shootings, die im ganzen Laden hängen, umso bunter. Zwischen Süßigkeiten und grellen Farbspritzern sind die runden Zeitmesser, die in acht Farben erhältlich sind, ausgestellt. Im Hintergrund läuft auf einem großen Bildschirm ein Video des Shootings. Alle Modelle mit je zwei unterschiedlich langen, von Leder durchflochtenen Ketten kosten 129 Euro und lassen sich von Frauen und Männern gleichermaßen gut tragen. Auch der Hund, der auf einem Bild des Shootings die Taschenuhr als Halsband trägt, scheint nicht abgeneigt zu sein.

Die Aufschrift auf dem Ziffernblatt „since who cares?“ spiegelt die Idee von GRACE&CANDY wider. Es sei völlig gleichgültig, seit wann es die Uhr gibt, wie teuer sie ist oder woher sie kommt –  „Hauptsache ist, dass sie gut aussieht“, erklärt der Geschäftführer Benedict Liedtke. Genau das haben sie auch versucht mit dem Image-Shooting auszudrücken. Die Bilder zeigen eine Frau, die auf einem weißen Pferd in den Club reitet oder einen betagten Herrn, umringt von zwei jungen gutaussehenden Frauen, hinter einem DJ-Pult. Wenn es einem gefällt, ist es völlig egal, was die Leute sagen, so Benedict. „Unsere Uhren sind unkonventionell und das sollen auch die Bilder ausdrücken.“ Gemacht hat die Fotos der Düsseldorfer Fotograf Frank Dursthoff, den Benedict, Daniel und Felix – ohne ihn vorher zu kennen – beim Feiern angesprochen haben. Im März, als sie lediglich eine vage Idee hatten und sich teilweise noch mitten im Studium befanden, haben sie Dursthoff in den Rudas Studios von ihren Plänen erzählt und sofort überzeugt. Nicht mal ein Jahr später haben die Düsseldorfer ihre Idee in die Tat umgesetzt, den Store eröffnet und einen Online-Shop ins Leben gerufen. Mittlerweile haben sie ihr Studium abgeschlossen und angefangen, sich voll und ganz auf ihre neu gegründete Marke zu konzentrieren. Noch bis zum 28. Dezember hat der Pop-Up-Store geöffnet. An Samstagen wollen die drei sogar bis 24 Uhr öffnen. „So ungefähr“, wirft Benedict ein. Ganz sicher ist man sich noch nicht, aber – who cares?

www.candyandgrace.com

CANDY&GRACE Pop-Up-Store, Mertensgasse 21, Mo-Fr von 11 bis 19 Uhr, Sa von 11 bis ca. 24 Uhr, verkaufsoffener Sonntag (16.12.) von 13 bis 18 Uhr

 

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